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Alle Wege führen nach Rom…

… zumindest die aller Schülerinnen und Schüler am Ursulinen-Gymnasium in ihrem letzten Schuljahr. Denn da steht die Studienfahrt an, die seit einigen Jahren stets geschlossen nach Rom führt. Um es vorwegzunehmen – auch diejenigen, die im Vorfeld unzufrieden damit gewesen waren, dass wir nicht selbst über das Ziel unserer Studienfahrt entscheiden durften, waren am Ende doch begeistert von der Ewigen Stadt.
Abfahrt Sonntagabend, 18:30 Uhr. Vor uns lagen gut 18 Stunden im Bus über die Alpen und immer weiter in den Süden bis in die Hauptstadt Italiens. Mehr oder eher weniger ausgeschlafen kamen wir mittags an und machten uns ohne Pause sofort auf den Weg zu ersten Erkundungstouren. Die meiste Zeit waren die drei Klassen getrennt voneinander unterwegs und hatten das gleiche Programm in unterschiedlicher Reihenfolge. Zum einen schade, da damit die Aufteilung in Klassen auch in Rom weiterbestand, auf der anderen Seite hatten wir aber auch genügend Freizeit, in der wir die Klassengrenzen aufbrechen konnten.

Kirchen, Antike, und noch mehr Kirchen…


Eine Fremdführung führte uns in das Kolosseum, auf das Forum Romanum und den Palatin. Beim Anblick der Jahrtausende alten Triumphbögen kratzten wir mit eher mäßigem Erfolg unsere verbliebenen Lateinkenntnisse zusammen, und stürzten uns dann im Schatten des Titusbogens wesentlich enthusiastischer auf einen der öffentlichen Trinkwasserbrunnen – gestartet in der herbstlichen Kälte Mannheims, konnten wir in Rom noch einmal den Spätsommer mit Temperaturen über 25 Grad genießen. Am Forum Romanum konnten wir auch die Kirche (die erste von gefühlt zweihundertachtundsiebzigtausend) Santa Maria Antiqua besichtigen – 1980 geschlossen, wurden ihre Fresken erst dieses Jahr wieder für nur wenige Monate der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Am Tag nach unserer Abreise wurde sie wieder auf unbestimmte Zeit geschlossen. Abends verschlangen wir erschöpft und voller Eindrücke unser erstes italienisches Abendessen und versuchten trotz der Müdigkeit, den Abend noch bestmöglich zu nutzen.
Die nächsten Tage standen dann Führungen mit unseren Kunstlehrern Frau Laturnus, Frau Schommer und Herrn Ellinger an. Sie gaben uns Einblicke in den in Gebäudeentwürfen ausgetragenen Wettstreit zwischen den Architekten und Künstlern Bernini und Borromini, versuchten uns die Unterschiede zwischen Renaissance- und Barockfassaden zu erklären und uns für Heiligenstatuen in erotischer Verzückung zu begeistern. An dieser Stelle müssen wir allen Lehrerinnen und Lehrern ein großes Lob aussprechen, die uns trotz Müdigkeit und unseres häufig eher verhaltenen Interesses einen guten Einblick in die Welt der römischen (Kirchen-)Kunst geben konnten. Frau Laturnus erweiterte zu unserer großen Freude ihre Führung noch um kulinarische Elemente (Eisdielenbesuch und italienische Kaffeekultur).

Vatikan zwischen Regen und Menschenmassen

Nachdem am Dienstag der gemeinsame Besuch der Priscilla-Katakomben auf eher gemischten Zuspruch gestoßen war, war am Mittwoch Vatikantag. Im Regen harrten wir aus, um dem Papst stehend oder sitzend bei seiner italienischen Predigt zu lauschen. Die war sicherlich sehr interessant – nur konnten wir leider alle kein italienisch. Eine (zu Anfang noch) optimistische Gruppe von etwa 20 Schülern schob sich anschließend durch die Vatikanischen Museen, um dort einige der berühmtesten Kunstobjekte der Menschheitsgeschichte zu besichtigen – so diese nicht von Touristenmassen, aggressiven Fremdenführern oder übereifrigen Museumswärtern bewacht wurden. Trotzdem blieb die Feststellung: „Muss man mal gesehen haben!“
Neben den vielen Führungen durch die beeindruckende Stadt hatten wir auch Freizeit, um die Capitale auf eigene Faust zu ergründen oder uns anderweitig zu beschäftigen. Für die Erdbeben, die manche von uns in oberen Gebäudestockwerken oder der Metro spürten, waren wir aber nicht verantwortlich.
Auf der Rückfahrt zeigte sich, dass die fünf laufintensiven Tage doch ihre Spuren hinterlassen hatten. Ziemlich erschöpft sanken wir in unsere Sitze und ließen weitere 18 Busstunden über uns ergehen. Unser Fazit: Hinter uns liegen fünf ereignisreiche und eindrucksvolle Tage. Ermöglicht haben uns das auch die Lehrer (neben den Kunstlehrern Frau Walter, Herr Ohl und Herr Schuppe), die durchgehend sehr entspannt waren, uns genug Freizeit gelassen haben und auch den weniger an Kunst Interessierten die Stadt sehr gut näher gebracht haben.

Unvergessliche Tage!

Dass wir wegen eines mitgeführten Taschenmessers fast nicht ins Kolosseum gekommen wären, wir wegen eines zu offensichtlich aufgenommenen Fotos Ärger mit schwer bewaffneten Soldaten hatten und auch mal drei Leute auf der Metrostation stehen gelassen haben und ohne sie losgefahren sind, sind die kleinen Geschichten, die wir neben vielen anderen im Gedächtnis behalten werden.
Und dann stellt sich manchen von uns immer noch die Frage: „Was ist jetzt dieses SPQR?“

Nora Frenzel, Luca Weigand, KS2