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„erinnern – gedenken – lernen“

-Das ist das Motto der Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt, die wir Abiturienten zwar nicht in Neustadt selbst besuchen konnten, deren Vorsitzender Herr Dittus uns dafür aber im Musiksaal über die Arbeit der Gedenkstätte informierte.
Zunächst hielt Frau Grimm eine kurze Rede, in der sie eindringlich aufforderte, die Parallelen zwischen der Geschichte und heute zu erkennen und „aufzupassen“. Auch sie kenne die NS-Zeit nur aus den Erzählungen der Generation ihrer Eltern; trotzdem oder vielleicht gerade deswegen müssten wir uns aber immer wieder bewusst machen, dass die Demokratie eben nicht selbstverständlich sein – es gab spontanen Applaus.
Danach erfuhren wir, dass der uns angekündigte Zeitzeuge aus Krankheitsgründen leider nicht kommen konnte – was uns erneut vor Augen führte, dass wir wohlmöglich die letzte Schülergeneration sind, die die NS-Geschichte noch aus erster Hand und nicht nur aus Geschichtsbüchern erfahren kann.

Statt des Zeitzeugen stellte uns der Vorsitzende der Gedenkstätte das ehemalige KZ in Neustadt vor und machte die Geschichte mit Einzelschicksalen begreifbar – nach seinem persönlichen Grundsatz „Geschichte ist Geschichten und nicht nur Zahlen“. Das Lager in Neustadt war „nur“ von März bis Juni 1933 eingerichtet – aber, wie Herr Dittus betonte, „ohne Neustadt kein Auschwitz“. Für ihn steht das ehemalige KZ in Neustadt stellvertretend für die vielen frühen Konzentrationslager in ganz Deutschland, die die erste Stufe hin zur massenhaften Vernichtung darstellten.

Dass dieser Besuch sehr anregend war, zeigte sich in den Diskussionen und dem Nachdenken über eigene Familienschicksale in der Pause nach dem Gespräch. Wir waren sehr beeindruckt, wie gut und vor allem anschaulich uns Herr Dittus die Geschichte näherbringen konnte. Gerade vor dem Hintergrund, dass rechte Parteien in Deutschland wie auch weltweit an Zulauf gewinnen, hat uns dieser Besuch eine Grundlage zum Nachdenken geboten.

Luca Weigand, KS2