Philosophie
Ein Fach mit wachsender Bedeutung
„Nur das versteht man, was man selber herausgefunden hat.“
(Vittorio Hösle)
Philosophie ist das Fach, das uns wie kein anderes Schulfach dazu einlädt, selbst zu denken, fragend und kritisch. Dieses selbstständige Denken, das in einer skeptischen Grundhaltung alles in den Strudel des Fragens zieht, einzuüben, etwa in der Form sogenannter Sokratischer Gespräche, ist ein wichtiges Unterrichtsziel. Denn Philosophieren ist, kurz gesagt, das aus dem Staunen geborene „radikale Fragen“ (Wilhelm Weischedel).
Bereits Kinder philosophieren. Das ist der Grund, weshalb es inzwischen eine Kinderphilosophie gibt – nicht nur für Kinder, sondern auch mit und von Kindern. Dass es eine solche gibt, ist zum einen ein Indiz dafür, dass wir Menschen ursprünglich mit einer Liebe zur Weisheit und Klugheit begabt sind. Der aufgeweckte Mensch strebt schon früh nach Erkenntnis. Zum anderen zeigt die Kinderphilosophie: Wer in der Lage ist zu staunen und selbstständig einen Gedanken zu fassen, ist prinzipiell auch schon fähig zu philosophieren. Mehr Voraussetzungen braucht es nicht für den Kurs an unserer Schule.
Die Einführung in ein solches kritisch-fragendes Denken, bei dem ihr selbst nachdenkt, das also weit mehr ist als ein bloßes „Nach“-Denken der Gedanken anderer, erfolgt einerseits im Zuge der Vorstellung einzelner Philosophinnen und Philosophen und ihrer Denkansätze, und zwar quer durch die europäische Geistesgeschichte, andererseits im Zuge der Behandlung einzelner Themen entlang von brisanten Problemfragen.
Besonders im Fokus stehen dabei hochkarätige Fragen wie: Was ist Wirklichkeit? Inwieweit können wir sie erkennen? Wie steht es denn eigentlich um die menschliche Freiheit? Ist sie eine Illusion oder real, empirisch nachweisbar? Diese und ähnliche Fragen führen uns mitten hinein in die aktuellen Gegenwartsdiskussionen, in denen sich die Philosophie auch mit der Determinismusbehauptung aus der Soziobiologie und der modernen Hirnforschung auseinandersetzen muss, die da lautet: Freiheit ist ein reines Konstrukt unseres Denkens!
Was die philosophiegeschichtlichen Epochen angeht, so liegen die Schwerpunkte auf dem Beginn der Philosophie, dem sogenannten Übergang vom Mythos zum Logos (um 600 v. Chr.), auf der Blütezeit der griechischen Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles), auf der Philosophie Immanuel Kants und auf der Existenzphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts (Kierkegaard, Nietzsche, Heidegger, Sartre). Dabei kommt die Gegenwartsphilosophie jedoch auch nicht zu kurz. So sind beispielsweise die brandaktuellen Gesellschaftsanalysen des Südkoreaners Byung-Chul Han Gegenstand unserer Gespräche, Diskussionen – und vielleicht sogar unseres einsamen Nachdenkens. Denn: Nur das versteht man, was man selber herausgefunden hat!
Cordier/Dabrowski/Claret (Philosophie-Kurs 2021/22)
(Vittorio Hösle)
Philosophie ist das Fach, das uns wie kein anderes Schulfach dazu einlädt, selbst zu denken, fragend und kritisch. Dieses selbstständige Denken, das in einer skeptischen Grundhaltung alles in den Strudel des Fragens zieht, einzuüben, etwa in der Form sogenannter Sokratischer Gespräche, ist ein wichtiges Unterrichtsziel. Denn Philosophieren ist, kurz gesagt, das aus dem Staunen geborene „radikale Fragen“ (Wilhelm Weischedel).
Bereits Kinder philosophieren. Das ist der Grund, weshalb es inzwischen eine Kinderphilosophie gibt – nicht nur für Kinder, sondern auch mit und von Kindern. Dass es eine solche gibt, ist zum einen ein Indiz dafür, dass wir Menschen ursprünglich mit einer Liebe zur Weisheit und Klugheit begabt sind. Der aufgeweckte Mensch strebt schon früh nach Erkenntnis. Zum anderen zeigt die Kinderphilosophie: Wer in der Lage ist zu staunen und selbstständig einen Gedanken zu fassen, ist prinzipiell auch schon fähig zu philosophieren. Mehr Voraussetzungen braucht es nicht für den Kurs an unserer Schule.
Die Einführung in ein solches kritisch-fragendes Denken, bei dem ihr selbst nachdenkt, das also weit mehr ist als ein bloßes „Nach“-Denken der Gedanken anderer, erfolgt einerseits im Zuge der Vorstellung einzelner Philosophinnen und Philosophen und ihrer Denkansätze, und zwar quer durch die europäische Geistesgeschichte, andererseits im Zuge der Behandlung einzelner Themen entlang von brisanten Problemfragen.
Besonders im Fokus stehen dabei hochkarätige Fragen wie: Was ist Wirklichkeit? Inwieweit können wir sie erkennen? Wie steht es denn eigentlich um die menschliche Freiheit? Ist sie eine Illusion oder real, empirisch nachweisbar? Diese und ähnliche Fragen führen uns mitten hinein in die aktuellen Gegenwartsdiskussionen, in denen sich die Philosophie auch mit der Determinismusbehauptung aus der Soziobiologie und der modernen Hirnforschung auseinandersetzen muss, die da lautet: Freiheit ist ein reines Konstrukt unseres Denkens!
Was die philosophiegeschichtlichen Epochen angeht, so liegen die Schwerpunkte auf dem Beginn der Philosophie, dem sogenannten Übergang vom Mythos zum Logos (um 600 v. Chr.), auf der Blütezeit der griechischen Philosophie (Sokrates, Platon, Aristoteles), auf der Philosophie Immanuel Kants und auf der Existenzphilosophie des 19. und 20. Jahrhunderts (Kierkegaard, Nietzsche, Heidegger, Sartre). Dabei kommt die Gegenwartsphilosophie jedoch auch nicht zu kurz. So sind beispielsweise die brandaktuellen Gesellschaftsanalysen des Südkoreaners Byung-Chul Han Gegenstand unserer Gespräche, Diskussionen – und vielleicht sogar unseres einsamen Nachdenkens. Denn: Nur das versteht man, was man selber herausgefunden hat!
Cordier/Dabrowski/Claret (Philosophie-Kurs 2021/22)

