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Leitgedanken von Angela Merici (1474-1540)

Die folgende Zusammenfassung zu den Leitgedanken der Angela Merici stammt von Sr. Maria Geyer (OSU), die von 1971 bis 1996 das Ursulinen-Gymnasium in Mannheim geleitet hat. Der Text ist in der Jubiläumsschrift des Ursulinen-Gymnasiums zum 60-jährigen Bestehen der Schule im Jahre 2007 auf den Seiten 15-16 nachzulesen.

Zentraler Begriff ist die Menschenwürde

Der Ursulinenorden brachte aus seiner Entstehungszeit (1535) den starken Impuls einer dynamischen Mädchenbildung mit. Aus ihm heraus hatte sich die von Angela Merici gegründete

  • "noua compagnia di santa Orsola di Brescia"

im Lauf von mehr als 400 Jahren zum ersten Orden (entwickelt), der seine spezifische Aufgabe in der Erziehung und Bildung von Mädchen sah. Angelas Regel für die Mitglieder der Gesellschaft kennt bereits den Begriff

  • "propria honesta", der unserem Begriff "Menschenwürde" sehr nahe kommt.

Ausgerechnet im Kapitel über den geistlichen Gehorsam taucht er auf. Die Gehorsamspflicht ist aufgehoben, wenn etwas

  • "contra l'honor divio, et della propria honestate" (Cap IX), d.h. "gegen die Ehre Gottes oder die persönliche Würde"

befohlen werde.
 

Kernpunkte ihres Erziehungskonzeptes

Angela besaß einen wachen, klaren Verstand und ein einfühlsames Herz. Die Anleitungen, die sie den "Müttern" und Leiterinnen der Mädchen gab, können heute noch mit jeder Schrift zur Jugendpsychologie mithalten. Kernpunkte sind:

  • Güte, Liebe zum jeweiligen jungen Menschen
  • Achtung vor seiner Eigenart und Einmaligkeit
  • Bemühen, seine besonderen Fähigkeiten zu kennen und zu fördern.
 

Betonung des freien Willensentscheids

Ganz besonders legt Angela (Merici) Nachdruck auf den freien Willen und freien Willensentscheid:

  • "Hütet Euch besonders vor dem Wunsch, dass man Euch gezwungen folge. Gott hat jedem seine freien Willen gegeben, und er will niemanden zwingen. Er gibt nur Hinweise, lädt ein und rät, da er sagt: "Ich rate Dir, die unverwelkliche Krone zu kaufen." "Ich rate Dir!" sagt er nicht "Ich zwinge Dich!" (vlg. Apk 3,18)."

Das ist das dritte Vermächtnis Angela Mericis.
 

Erziehungsideale der Ursulinen und der Dominikanerinnen haben dieselben Quellen

Aus den Schriften der heiligen Angela ließe sich leicht ein
  • überaus zeitgemäßer Wertekatalog
zusammenstellen, der in vollkommenem Zusammenhang mit dem Evangelium steht, was Angela durch treffende Schriftstellen belegt. Die
  • geistig-geistliche Mitgift der Ursulinen war nichts Fremdes, das sich zum Erbe des Luiseninstitutes hinzugesellte
und dessen Zielsetzung etwa verfälschte, als der Ursulinenkonvent Schweidnitz die "private Oberschule für Mädchen, Luiseninstitut" wiedereröffnete, die bis 1939 von Dominikanerinnen in Mannheim geleitet worden war. Es sind dieselben Quellen.