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Friedrich Ebert - ein Kämpfer für Stabilität in unruhigen Zeiten?

Exkursion des Geschichts-LK

.Am Donnerstag, den 5. März, unternahm der Geschichts-LK mit Herrn Möller eine Exkursion nach Heidelberg, um der Gedenkstätte des damaligen Reichspräsidenten Friedrich Ebert einen Besuch abzustatten.

Zu Beginn trafen wir uns um 7.45 Uhr am Mannheimer Hauptbahnhof, um von dort mit dem Zug nach Heidelberg zu fahren. Vor Ort mussten wir einen zwanzigminütigen Fußmarsch vornehmen, der jedoch aufgrund des kleinen Trips durch die anschauliche Altstadt entspannt verlief. Schließlich wurden wir an der Gedenkstätte von der Führerin empfangen und die Tour begann.

Zunächst erhielten die Schülerinnen und Schüler einen genaueren Einblick in die Wohnverhältnisse des jungen Friedrich Ebert. Aus einfachen Verhältnissen stammend war die achtköpfige Familie Ebert darauf angewiesen, sich eine kleine Küche, ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer zu teilen. Besonders auffallend hierbei erschien die niedrige Decke der Räume. Anschließend erfuhren wir einiges über Friedrich Eberts Schulzeit. Er war ein durchschnittlicher Schüler, welcher jedoch äußerst wissbegierig war und sich viele Kenntnisse aneignete, woraus auch seine spätere Begabung als Redner resultierte. Die zahlreichen Abbildungen mit dazugehörigen beschrifteten Tafeln an den Wänden erweckten das Interesse der Schüler/innen. Friedrich Ebert wiederum trat im Jahr 1889 im Alter von 18 Jahren der Partei der SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands) bei. Zu dieser Zeit lernte er auch seine spätere Ehefrau Louise Rump kennen, mit welcher er fünf Kinder bekam. Im Jahre 1914 brach der Erste Weltkrieg aus, Zwei von Eberts Söhnen, Georg und Heinrich, fielen im Verlauf des fürchterlichen Krieges, welcher mehrere Millionen Menschenleben verschlang. Das Museum hatte hierfür einen eigens konzipierten Raum: Dem neutralen Beobachter fiel hierbei auf, dass dieser wie ein Schützengraben aufgebaut war. Durch einen Fernseher an der Wand erhielt man einen Eindruck, wie grauenvoll und aussichtslos das Leben an der Front als einfacher Soldat damals war. Nach dem Krieg, welcher 1918 ein Ende fand, wurde Friedrich Ebert 1919 zum Reichspräsidenten der neu geschaffenen Republik gewählt, was ihn zum ersten demokratisch gewählten Staatsoberhaupt der deutschen Geschichte machte.

Er sah sich in diesem Amt mit großen Herausforderungen konfrontiert: Einerseits den verschiedenen politischen Gruppierungen, welche nach dem Krieg Putschversuche unternahmen, wie beispielsweise den Kapp-Lüttwitz-Putsch oder den Hitler-Ludendorff Putsch, und andererseits der Ruhrbesetzung durch die Franzosen 1923 und die daraus resultierende Hyperinflation und damit einhergehende Geldentwertung, welche jedoch durch die Einführung der Rentenmark eingedämmt werden konnte. Friedrich Ebert sah sich während dieser Zeit zunehmend von Hetzkampagnen von vor allem rechtsradikalen und nationalistisch-monarchistischen Gegnern der Republik ausgesetzt, die in ihm ein Feindbild und den Zerstörer der “alten monarchischen Ordnung” sahen. Anhand einer Fotografie wurde die diskreditierende Abbildung Eberts in Badehose als Beispiel für eine solche Hetzkampagne eindrücklich veranschaulicht.
Friedrich Ebert reagierte erschüttert und erkrankte schwer, woran auch seine lang hinausgezögerte Behandlung einer Blinddarmentzündung keine geringe Schuld besaß. Im Jahre 1925 verstarb Friedrich Ebert im Alter von 54 Jahren in Berlin. Die Führerin schloss die Führung mit dem Hinweis darauf, dass sich Friedrich Ebert in mehr als herausfordernden Zeiten immer wieder für die Demokratie und demokratische Entscheidungsfindungen stark gemacht hatte.

Mit diesen Worten schloss die Führerin die informative und äußerst aufschlussreiche Tour und wir begaben uns auf den Rückweg nach Mannheim, wo wir schlussendlich um 12.30 Uhr eintrafen.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Tour durch die Gedenkstätte einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat und einen tieferen Einblick auf eine prägende Persönlichkeit der deutschen Demokratiegeschichte ermöglicht hat.

Julius Keller, KS 1