Grüner wird’s nichtÖkopartei bei U18-Wahlen am UGM vorn
Was würden Schüler wählen, wenn sie zur Wahl gehen dürften? Wie erreicht man bei Schülern politische Aufmerksamkeit? Wie stärkt man das Bewusstsein für Demokratie? – Auf der Suche nach Antworten veranstaltete der Leistungskurs Gemeinschaftskunde aus der Jahrgangsstufe 1 dieses Jahr anlässlich der Wahl zum EU-Parlament erneut eine U18-Wahl.
An zwei Tagen, am 08. und 09. Mai, durften die unter-18-jährigen (U18) Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 11 im schuleigenen Wahllokal die bevorstehende Europawahl simulieren und ihr eigenes EU-Parlament wählen. Zur Wahl standen hierbei exakt die gleichen Parteien wie auf dem offiziellen Stimmzettel – von der Tierschutzpartei bis zu den großen Volksparteien. Das politische Interesse der Schüler zeigte sich, als diese selbst von dem Privileg einer Demokratie Gebrauch und ihr Kreuz in den Wahlkabinen machen durften – auch wenn das Parlament nur fiktiv ist.
Hierbei ergab sich folgendes Ergebnis: Die Grünen holten sich mit 42,3 % der Stimmen mit weitem Abstand das beste Ergebnis am UGM. Zweitstärkste Kraft wurde die CDU mit einem Wahlergebnis von 14,2 %, gefolgt von der FDP mit 12 % sowie der SPD mit 10,8 % der 267 Stimmen. Danach platzierten sich die Linke mit 6 %, DIE PARTEI mit 5,6 %, die Tierschutzpartei mit 3,7 % sowie die AfD mit 1,8 % der Stimmen. Die Freien Wähler, die Piraten sowie die Tierschutzallianz erhielten jeweils 0,7 % der Stimmen. Das Schlusslicht bildeten die Familienpartei, das BIG sowie die Direkte mit jeweils 0,3 %. Zusätzlich gab es 9 Schülerinnen und Schüler, die sich der Stimme enthalten haben.
Mit den Ergebnissen liegen die Ursulinen-Schülerinnen und -Schüler damit im Bundes- und Landestrend, wenngleich der Vorsprung der Ökopartei am UGM auffällig hoch ist. Parteien am extremen rechten Rand sind dafür unterdurchschnittlich vertreten. In einer Analyse der Ergebnisse fiel dem Neigungskurs auf, dass man das Wahlverhalten wohl am ehesten mit einer Orientierung an aktuellen Sachthemen erklären könne. Langfristige Parteibindungen oder Personen dürften hingegen bei den Schülerinnen und Schülern keine Rolle gespielt haben.
„Welche Sachthemen eine besondere Rolle spielen, hängt oft mit der aktuellen gesellschaftlichen Situation zusammen“, meinte Marcus Ohl, Leiter des Neigungskurses, der sich in seiner Magisterarbeit intensiv mit Wählerverhalten beschäftigt hatte. Dass vor allem Umweltthemen eine wichtige Rolle gespielt haben dürften, ergebe sich nicht nur aus den „Fridays for future“-Demonstrationen, sondern auch daraus, dass das Thema eine große Rolle am UGM spiele. Hier werde den Grünen eine hohe Kompetenz zugeschrieben. „Das verstärkt diesen so genannten Priming-Effekt der Umweltthematik“, so Ohl.
Unabhängig von den Ergebnissen hat der Gemeinschaftskundekurs eine Menge über den Ablauf einer Wahl und die Positionen der Parteien gelernt und sicherlich den einen oder die andere dazu animiert, sich selbst ein Bild zu machen – damit, wenn aus den U(nter)-18-Wählern dann Ü(ber)-18-Wähler geworden sind, die Demokratie auf breiten Füßen steht.
Justin Smieskol, Kursstufe 1
Alle Ergebnisse der U18-Wahl bundesweit sind zu finden unter hier.

