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Kritik durch Kunst

In diesem Jahr stellte sich die Theater-AG (Ltg. Frau Schommer, Co-Regie Herr Putzier) der großen Herausforderung des Dramas „König Johann“ von Friedrich Dürrenmatt. Die drei Vorstellungen in der umfunktionierten Turnhalle zogen viele aufgeregte und neugierige Eltern, Lehrer und Schüler an.

Das Stück spielt im England des 13. Jahrhunderts und behandelt den blutigen Machtkampf zwischen dem englischen König Johann von Plantagenet, überragend gespielt von Leopold Kohlbrenner, und seinem französischen Erzfeind König Philipp Capet, überzeugend verkörpert worden durch Jannik Sulger. Nachdem Frankreich Anspruch auf die englische Krone erheben wollte, nahm sich König Johann einen ungewöhnlichen, doch politisch äußerst versierten Berater zur Seite: ein uneheliches Kind seines Bruders, Richard Löwenherz. Dabei lieferte Sophie Beier, als Löwenherz‘ Bastard eine über die Maßen authentische Performanz ab. Es dauert nicht lange und der Konflikt mündet in einer bilateralen Kriegserklärung. Auf dem Schlachtfeld von Angers kommt es zu vielen Opfern und keinem klaren Sieg für eine der beiden Länder. Zunächst versucht man mit strategischen Hochzeiten diverse Allianzen zu formen, später erhofft sich König Johann die Hilfe des Kardinals Pandulpho, komödiantisch und erfrischend gespielt worden von Florian Krämer. Dieser belegt den englischen König jedoch mit einem päpstlichen Bann und lässt ihn schließlich vergiften.

Die Handlung wird im Laufe des Stückes zunehmend verzweigter, komplexer und unübersichtlicher. Dem gegenüber steht allerdings die überragende Leistung der Schauspielerinnen und Schauspieler, deren Talent, Passion und Energie während des zweistündigen Stückes in keinster Weise schwanden. Dies bestätigte mir auch Frau Grimm: „Die Leistung der jungen Talente ist überragend!“ Ganz entwirren konnte sie das Geschehen der Handlung dann aber doch nicht: „Ich hab mich ein bisschen gefühlt, wie damals im Geschichtsunterricht. Ich habe nicht immer alles verstanden.“

Letztlich weist Dürrenmatts Drama einen hohen Grad an Aktualität auf. Ob der semi-öffentliche Ukraine-Krieg, das „diplomatische“ Schauspiel des Westens bezüglich des Bürgerkriegs in Syrien oder die Unterdrückung der kurdischen Minderheit in der Türkei – oft bestimmen politische Eliten und Kalkül das Schicksal der Bevölkerung, deren Großteil in militärischen Auseinandersetzungen nicht selten ihr Leben lassen muss. Damit einher geht der Appell an Politik und Gesellschaft für ein kollektives Streben nach friedlichen und nachhaltigen Lösungen, die das Leid der Menschen auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt stoppen sollten.

Katharina Vasilakis, KS2
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