Begegnungen: Katharina Vasilakis berichtet von einem außergewöhnlichen Projekt
„Erzähl mir von dir!“
Unter diesem Motto stand die Veranstaltung am 5. Februar im Musiksaal für die beiden Kursstufen, die von Romy Görtz und Leonie Bruna organisiert wurde.
Die beiden engagierten Schülerinnen luden hierfür vier junge Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu einem offenen Dialog mit den rund 130 Schülern der Kursstufe ein. Dass Teile des Gesprächs auf Englisch gehalten werden mussten, war dabei kein Hindernis.
„Es ist immer die Seite der Politiker, die wir bezüglich der Flüchtlingskrise erhalten, aber nie die, der Flüchtlinge“, sagt Romy Görtz und führt damit gleichzeitig die Intention des sozialen Projektes aus.
Eingeladen waren Wael und Yousef aus Syrien, Erduan aus dem Kosovo und Andualem aus Äthiopien. Alle vier sahen sich gezwungen, aus ihren Herkunftsländern zu flüchten und jeder ist individuell geprägt worden. Für Wael waren es die blutigen Folgen des Bürgerkriegs in Syrien, der ihn und seine Familie tagtäglich bedroht hatte. „Humans can die at any time“, sagte er mit brüchiger Stimme. Auch wenn er dem Grauen in Syrien entkommen konnte und schon echten Anschluss in Deutschland gefunden hat, die Angst um seine restliche Familie in Syrien begleitet ihn jeden Tag. Ähnlich geht es Yousef, der hofft in Deutschland sein Medizin-Studium beenden zu können. Auf die Frage, ob er hier bleiben möchte, erklärte er überzeugt: „Ich will immer nach Syrien zurück. Wenn der Krieg vorbei ist, gehe ich zurück.“ Andualem aus Äthiopien hofft allerdings auf eine Berufsperspektive hier in Deutschland. Politische Repressionen zwangen ihn sein Tanz- und Choreographie-Studio zu schließen, sodass er keine Arbeit mehr hatte.
Zusätzlich eingeladen war Johannes König, ein ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz und Rettungsdienst in Mainz seit 1983. Er referierte über die schlechten Bedingungen in Aufnahmezentren, die maßlose Überlastung der zuständigen Institutionen und die Traumata vieler Flüchtlinge. Dazu betont er: „Es sind nie die Menschen, sondern die Staaten, die den Krieg führen.“
Die vierwöchige Planung der Veranstaltung hatte sich schließlich mehr als gelohnt und die überwiegend von Sachlichkeit und Distanziertheit geprägte Flüchtlingsdebatte hatte eine weitere, persönliche und menschliche Dimension bekommen, nämlich vier Namen und vier Gesichter.
Katharina Vasilakis, KS2
Die beiden engagierten Schülerinnen luden hierfür vier junge Männer aus unterschiedlichen Herkunftsländern zu einem offenen Dialog mit den rund 130 Schülern der Kursstufe ein. Dass Teile des Gesprächs auf Englisch gehalten werden mussten, war dabei kein Hindernis.
„Es ist immer die Seite der Politiker, die wir bezüglich der Flüchtlingskrise erhalten, aber nie die, der Flüchtlinge“, sagt Romy Görtz und führt damit gleichzeitig die Intention des sozialen Projektes aus.
Eingeladen waren Wael und Yousef aus Syrien, Erduan aus dem Kosovo und Andualem aus Äthiopien. Alle vier sahen sich gezwungen, aus ihren Herkunftsländern zu flüchten und jeder ist individuell geprägt worden. Für Wael waren es die blutigen Folgen des Bürgerkriegs in Syrien, der ihn und seine Familie tagtäglich bedroht hatte. „Humans can die at any time“, sagte er mit brüchiger Stimme. Auch wenn er dem Grauen in Syrien entkommen konnte und schon echten Anschluss in Deutschland gefunden hat, die Angst um seine restliche Familie in Syrien begleitet ihn jeden Tag. Ähnlich geht es Yousef, der hofft in Deutschland sein Medizin-Studium beenden zu können. Auf die Frage, ob er hier bleiben möchte, erklärte er überzeugt: „Ich will immer nach Syrien zurück. Wenn der Krieg vorbei ist, gehe ich zurück.“ Andualem aus Äthiopien hofft allerdings auf eine Berufsperspektive hier in Deutschland. Politische Repressionen zwangen ihn sein Tanz- und Choreographie-Studio zu schließen, sodass er keine Arbeit mehr hatte.
Zusätzlich eingeladen war Johannes König, ein ehrenamtlicher Helfer im Katastrophenschutz und Rettungsdienst in Mainz seit 1983. Er referierte über die schlechten Bedingungen in Aufnahmezentren, die maßlose Überlastung der zuständigen Institutionen und die Traumata vieler Flüchtlinge. Dazu betont er: „Es sind nie die Menschen, sondern die Staaten, die den Krieg führen.“
Die vierwöchige Planung der Veranstaltung hatte sich schließlich mehr als gelohnt und die überwiegend von Sachlichkeit und Distanziertheit geprägte Flüchtlingsdebatte hatte eine weitere, persönliche und menschliche Dimension bekommen, nämlich vier Namen und vier Gesichter.
Katharina Vasilakis, KS2

