Von Wissenschaftlern und normalen Menschen – die 128. Versammlung der „GDNÄ“ in Mainz
Vom 12. bis zum 15. September fand in Mainz die 128. Versammlung der „Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte“, kurz „GDNÄ“ statt. Die Veranstaltung stand dieses Jahr unter dem Slogan „Vorbild Natur“. Die „GDNÄ“ ist eine der größten Wissenschaftsgesellschaften Deutschlands. Sie bemüht sich um den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft oder, wie es der „GDNÄ“-Präsident Professor Klaus Müllen während der Eröffnungsrede etwas unkonventioneller ausdrückte:„Wir wollen, dass Wissenschaftler und normale Menschen wieder mehr miteinander reden“.
Um genau dieses Zusammenkommen auch mit jüngeren Generationen zu fördern vergibt die GDNÄ Stipendien an ausgewählte Schüler. So kam es, dass circa 150 Schüler aus ganz Deutschland eingeladen wurden, um an der diesjährigen Versammlung in Mainz teilzunehmen. In der Mainzer Jugendherberge konnten wir am Freitagnachmittag unsere Zimmer beziehen und uns alle näher kennen lernen bevor wir am Abend zu der Eröffnungsveranstaltung in die Universität Mainz gingen. Im Anschluss an den Eröffnungsvortrag hatte die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, die auch die Stipendien fördert, uns ein reichhaltiges Buffet in einem Restaurant in der Mainzer Innenstadt organisiert. Am Abend dann galt es, das „Studentenleben“ in Mainz zu testen...
Samstagmorgens begann das offizielle Programm: drei Vorträge zum Thema Energetik, eine kurze Mittagspause und anschließend die Studienberatung speziell für die eingeladenen Schüler, bei der Professoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen Fragen beantworteten und Tipps zur Studienplatzsuche gaben. Im Anschluss fanden drei weitere Vorträge zum Thema Bionik statt. Am Sonntagmorgen beschäftigte sich die Versammlung mit dem Thema „Geofaktor Mensch“. Im Anschluss gab es eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von Pharmaindustrie, Verbraucherschutz und Medizin zum Thema „Der sequenzierte Mensch – Chancen und Risiken“. Am Nachmittag wurde das Thema „Adaption und Umwelt“ näher beleuchtet. Das Programm am Montag schließlich befasste sich mit den Themen „Organisationsformen“ und „Genomik“.
Die gesamte Veranstaltung wurde mit dem grandiosen Experimentalvortrag „Leonardo 2.0: Zur Evolution des Fliegens“ beendet. Dabei wurde der weltweit erste künstliche Vogel, der mithilfe des natürlichen Flügelschlages fliegen kann, im Hörsaal von seinem Erfinder Dr. Wolfgang Send und dessen Team vorgeführt. Somit hatte die 128. Versammlung der GDNÄ in Mainz viele interessante Vorträge von hochkarätigen Rednern zu bieten, sei es von der High-Tech-Faser der Zukunft bis hin zu einmaligen Einblicken in einen der aufwendigsten Kernfusionsreaktoren der Welt vom Projektleiter persönlich.
Tobias Günther, Kl. 12 a

