Dein Gott, mein Gott, ein Gott? - Forum zum Trialog der Religionen
Wir beschäftigen uns weiterhin mit dem Auftrag des Abrahampokals
Mein Gott, dein Gott, ein Gott?
Vertreter der drei monotheistischen Religionen diskutieren über ihre Gottesbilder, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Frage: „Gibt es einen gerechten Gott?“
Diese Frage war wohl der am meisten diskutierte Aspekt der Podiumsdiskussionsveranstaltung des Ursulinen-Gymnasiums Mannheim am 29. März 2012 im Ignatiussaal, welche im Rahmen der Vorbereitungen des Katholikentages und des Abrahampokals veranstaltet wurde. Zu diesem Anlass lud das Ursulinen-Gymnasium drei Referenten ein, ihre jeweilige Religion in der Diskussion zu vertreten und über ihre Gottesbilder zu sprechen. Das Christentum wurde von dem Theologen Herrn Dr. Martin Faßnacht vertreten, der unter anderem in Würzburg, Jerusalem und Münster studierte; Vertreter des Islams war Herr Bekir Alboga, ein Islamwissenschaftler aus Köln und Vertreterin des Judentums war Frau Susanne Benizri, Religionslehrerin für jüdische Religion in Karlsruhe.
Nachdem die Direktorin Frau Gitta Grimm alle Anwesenden herzlich begrüßt hatte, stieg man gleich daraufhin in das von den Klassen vorbereitete Programm ein, welches die Schüler im Rahmen des Religionsunterrichts bearbeitet hatten. Moderiert wurde die Veranstaltung von der auch gleichzeitigen Initiatorin Frau Anne Müller, musikalisch untermalt von der Schulband des Ursulinen-Gymnasiums. Sehr beeindruckt zeigte man sich von dem Projekt der 10. Klassen, die einen Fragebogen zum Thema Gottesbild und Religion entworfen, sowie mehrere Passanten und auch den OB Peter Kurz dazu interviewt hatten und dies in einem Kurzfilm präsentierten. Als man schließlich das Wort an die Referenten richtete, stellte sich das Beantworten mancher Frage als schwierig heraus. Themen der Diskussion waren unter anderem die Trinität, das Gottesbild, sowie die Gerechtigkeit Gottes und seine Eigenschaften.
Auf die Frage, was es an der Trinität des Christentums zu kritisieren gäbe, antwortete Frau Benizri, Vertreterin des Judentums, nur ungern. „Die Trinität ist als Glaubensvorstellung möglich, entspricht aber nicht der meinen“, erklärte sie. „Man kann Gott bildlich nicht darstellen, er ist weder männlich noch weiblich, deshalb entspricht das Bild der Trinität, nicht meiner Glaubensvorstellung“, so Alboga. Darüber hinaus handele es sich bei seinem Glauben um eine monotheistische Religion, das Bild eines „trinitarischen Monotheisten“, wie es die Christen sehen, stelle für ihn eine Besonderheit dar. Herr Faßnacht allerdings begründete die Trinität mit der Selbstbeschreibung Jesu als Gottes Sohn. Für Alboga stelle der Tod Jesu die Errettung dar, ein Zusammenhang zu einer Vater-Sohn-Beziehung bestehe jedoch nicht. „Gott zeigt in dieser Situation der Errettung seine Barmherzigkeit“, so Alboga. Für ihn ist Jesus außerdem nur ein Gesandter, der das Wort Gottes vermittelte. Frau Benizri fügte noch hinzu, dass Gott nicht mit Attributen beschrieben werden könne, ,,dafür reichen menschliche Beschreibungen und Vorstellungen einfach nicht aus‘‘.
Auch das anwesende Publikum hatte die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die Frage ob es einen „gerechten Gott“ gäbe, entpuppte sich als wichtigster Diskussionspunkt.
„Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, moralisch zu agieren. Diese Möglichkeit müssen wir auch nutzen und Gerechtigkeit schaffen, denn für alles Zwischenmenschliche sind wir Menschen verantwortlich und nicht Gott“, erklärte Frau Benizri als Antwort auf die Frage.
„Gott erwartet von uns gerecht zu sein, folglich muss auch er gerecht und vor allem barmherzig sein“, erwiderte Alboga. „Er gibt den Menschen die Freiheit gerecht zu handeln oder nicht- somit hat er uns die Verantwortung selbst überlassen“.
So entwickelte sich eine spannende Diskussion, die freilich nicht zu Ende geführt werden konnte. Frau Grimm verwies darauf, ihr sei durchaus bewusst gewesen, dass die Zeit niemals gereicht hätte, um die Diskussion ausführlich abzuschließen oder gar alle Fragen zu beantworten. Die Diskussion, der Trialog wird beim Katholikentag, organisiert vom Ursulinen-Gymnasium, fortgesetzt.
Mit nach Hause konnte jedoch jeder etwas aus der Diskussion nehmen: „Gott hat Adam nach seinem Ebenbild erschaffen. Er war weder Jude, noch Christ, noch Moslem.
„Somit wird es Weltfrieden erst geben, wenn Friede zwischen den Religionen geschaffen wurde“,
so könnte man die Schlussfolgerung aus der überaus spannenden Podiumsdiskussion ableiten und hätte damit auch ein Ideal, auf das es hinzuarbeiten gilt. Und jeder kann hier seinen Beitrag leisten.
Caroline Büttner und Sevinc Sönmez, Kl. 11a
Vertreter der drei monotheistischen Religionen diskutieren über ihre Gottesbilder, deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede und die Frage: „Gibt es einen gerechten Gott?“
Diese Frage war wohl der am meisten diskutierte Aspekt der Podiumsdiskussionsveranstaltung des Ursulinen-Gymnasiums Mannheim am 29. März 2012 im Ignatiussaal, welche im Rahmen der Vorbereitungen des Katholikentages und des Abrahampokals veranstaltet wurde. Zu diesem Anlass lud das Ursulinen-Gymnasium drei Referenten ein, ihre jeweilige Religion in der Diskussion zu vertreten und über ihre Gottesbilder zu sprechen. Das Christentum wurde von dem Theologen Herrn Dr. Martin Faßnacht vertreten, der unter anderem in Würzburg, Jerusalem und Münster studierte; Vertreter des Islams war Herr Bekir Alboga, ein Islamwissenschaftler aus Köln und Vertreterin des Judentums war Frau Susanne Benizri, Religionslehrerin für jüdische Religion in Karlsruhe.
Nachdem die Direktorin Frau Gitta Grimm alle Anwesenden herzlich begrüßt hatte, stieg man gleich daraufhin in das von den Klassen vorbereitete Programm ein, welches die Schüler im Rahmen des Religionsunterrichts bearbeitet hatten. Moderiert wurde die Veranstaltung von der auch gleichzeitigen Initiatorin Frau Anne Müller, musikalisch untermalt von der Schulband des Ursulinen-Gymnasiums. Sehr beeindruckt zeigte man sich von dem Projekt der 10. Klassen, die einen Fragebogen zum Thema Gottesbild und Religion entworfen, sowie mehrere Passanten und auch den OB Peter Kurz dazu interviewt hatten und dies in einem Kurzfilm präsentierten. Als man schließlich das Wort an die Referenten richtete, stellte sich das Beantworten mancher Frage als schwierig heraus. Themen der Diskussion waren unter anderem die Trinität, das Gottesbild, sowie die Gerechtigkeit Gottes und seine Eigenschaften.
Auf die Frage, was es an der Trinität des Christentums zu kritisieren gäbe, antwortete Frau Benizri, Vertreterin des Judentums, nur ungern. „Die Trinität ist als Glaubensvorstellung möglich, entspricht aber nicht der meinen“, erklärte sie. „Man kann Gott bildlich nicht darstellen, er ist weder männlich noch weiblich, deshalb entspricht das Bild der Trinität, nicht meiner Glaubensvorstellung“, so Alboga. Darüber hinaus handele es sich bei seinem Glauben um eine monotheistische Religion, das Bild eines „trinitarischen Monotheisten“, wie es die Christen sehen, stelle für ihn eine Besonderheit dar. Herr Faßnacht allerdings begründete die Trinität mit der Selbstbeschreibung Jesu als Gottes Sohn. Für Alboga stelle der Tod Jesu die Errettung dar, ein Zusammenhang zu einer Vater-Sohn-Beziehung bestehe jedoch nicht. „Gott zeigt in dieser Situation der Errettung seine Barmherzigkeit“, so Alboga. Für ihn ist Jesus außerdem nur ein Gesandter, der das Wort Gottes vermittelte. Frau Benizri fügte noch hinzu, dass Gott nicht mit Attributen beschrieben werden könne, ,,dafür reichen menschliche Beschreibungen und Vorstellungen einfach nicht aus‘‘.
Auch das anwesende Publikum hatte die Möglichkeit Fragen zu stellen. Die Frage ob es einen „gerechten Gott“ gäbe, entpuppte sich als wichtigster Diskussionspunkt.
„Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, moralisch zu agieren. Diese Möglichkeit müssen wir auch nutzen und Gerechtigkeit schaffen, denn für alles Zwischenmenschliche sind wir Menschen verantwortlich und nicht Gott“, erklärte Frau Benizri als Antwort auf die Frage.
„Gott erwartet von uns gerecht zu sein, folglich muss auch er gerecht und vor allem barmherzig sein“, erwiderte Alboga. „Er gibt den Menschen die Freiheit gerecht zu handeln oder nicht- somit hat er uns die Verantwortung selbst überlassen“.
So entwickelte sich eine spannende Diskussion, die freilich nicht zu Ende geführt werden konnte. Frau Grimm verwies darauf, ihr sei durchaus bewusst gewesen, dass die Zeit niemals gereicht hätte, um die Diskussion ausführlich abzuschließen oder gar alle Fragen zu beantworten. Die Diskussion, der Trialog wird beim Katholikentag, organisiert vom Ursulinen-Gymnasium, fortgesetzt.
Mit nach Hause konnte jedoch jeder etwas aus der Diskussion nehmen: „Gott hat Adam nach seinem Ebenbild erschaffen. Er war weder Jude, noch Christ, noch Moslem.
„Somit wird es Weltfrieden erst geben, wenn Friede zwischen den Religionen geschaffen wurde“,
so könnte man die Schlussfolgerung aus der überaus spannenden Podiumsdiskussion ableiten und hätte damit auch ein Ideal, auf das es hinzuarbeiten gilt. Und jeder kann hier seinen Beitrag leisten.
Caroline Büttner und Sevinc Sönmez, Kl. 11a

