„Kafka eine Collage“
Gastspiel der THEATERmobileSPIELE aus Pforzheim am UG am 08.10.2010
Eine fast schon surreale Bühnenlandschaft bot sich den 75 Schülern der Klassenstufe 13 des Ursulinen-Gymnasiums, die sich in kafkaesker Enge während des Besuchs von THEATERmobileSPIELE bei „Kafka eine Collage“ im Alten Musiksaal drängten.Seitwärts auf dem Boden liegende Tische bilden einen abgeschlossenen Raum, in dem sich später Franz Kafka befinden wird. Ein Gefängnis. Weiterhin: Ein Schreibtisch, eine Perücke auf einem mit Brieffetzen beklebten Holzkopf und eine Wäscheleine bilden, eingegrenzt von einer schwarzen Trennwand, das Bühnenbild.
Das 40 Minuten lange Schauspiel folgt keinem erzählerischen Handlungsstrang, sondern versucht durch Textauszüge, aus verschiedenen Stücken Kafkas, Einblicke in das Innere des Prager Literaten zu geben. Thematisiert werden unter anderem die von ihm verabscheute bürokratische Tätigkeit in der Arbeiter–Unfall-Versicherungsanstalt, der Schein, sowie die eigentliche Arbeit, das Sein, nämlich das Verfassen von Tagebucheinträgen und Liebesbriefen.
Im Anschluss an die großartige Vorstellung folgte ein Nachgespräch, in dem Fragen und Unklarheiten zur Inszenierung oder zu Kafkas Leben und Wirken selbst, mit dem Regisseur Thorsten Kreilos und dem Schauspieler Markus Gehrlein, besprochen wurden. Auch Kafka selbst wusste:
“Richtiges Auffassen einer Sache und Missverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht aus“.
„Mein Verständnis hat sich erweitert, weil wir Kafkas Werke aus einem neuen Blickwinkel betrachten konnten, mir hat das schon was gebracht.“
Die private Vorstellung und das sehr aufschlussreiche Gespräch haben es geschafft, den doch oft komplexen Franz Kafka, dem einen oder anderen, so zum Beispiel Florian Winter, ein Stück näher zu bringen.
Lena Kasten, 12

