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Sommerkonzert 2008

Von Phantomen und rostigen Rittern

Ursulinen-Gymnasium begibt sich auf eine musikalische Reise durch 60 Jahre

"Hello to you" riefen sie mit Detterbecks frechem Song ihrem großen Publikum zur Begrüßung entgegen; "Let me say good-bye" sangen sie zum Abschluss das wunderschöne Lied aus Webbers Musical "Phantom der Oper": Was hier im vollbesetzten Käfertaler Kulturhaus so diszipliniert und abgerundet über die Bühne ging war das Sommerkonzert des Mannheimer Ursulinen-Gymnasiums.

Seit 30 Jahren gelingt es der Gesamtleiterin Beate Diehl, Musikabende zu gestalten, die sowohl Schüler als auch Eltern und Freunde dieses katholischen Gymnasiums begeistern. "Oldies der letzten 60 Jahre (und mehr)", so war das Programm überschrieben, und was geboten wurde, waren vorwiegend bekannte Songs, die einst die oberen Plätze in den Hitparaden belegten und die Herzen vor allem der älteren Generation höher schlagen ließen: Sehnsüchtige Erinnerungen wurden wach mit den weittragenden Liedern der Schulfreunde Simon&Garfunkel oder des von Kalifornien träumenden John Philips. Heiter stimmte der Monty-Python-Song, der auffordert, immer die Sonnenseiten des Lebens zu sehen, ansteckend wirkten die Lieder des vielseitigen Komponisten Lorenz Maierhofer. "Rock for fun" forderte die Klasse 11a übermütig auf, um sich dann jedoch mit dem Spiritual "Heaven is a wonderful place" von der Erde zu lösen.

Wir brauchen eine neue, bessere Welt - das dokumentierte der Chor mit dem andächtigen Lied aus Dvoraks 9. Sinfonie (Un monde meilleur), aber auch mit der davontragenden Ballade des Alan Menken "A whole new world". Gegenüber dem gewaltigen Chor, der sich aus rund 130 Sängern und Sängerinnen zusammensetzt, schlug der Spielkreis mit seinen zehn Instrumentalisten eher leise Töne an: Ein fröhliches Spatzenkonzert, eine Folge swingender Melodien und eine Erinnerung an Sidney Bechets "Petite Fleur" oder das "Wochenend' und Sonnenschein", das die Comedian Harmonists so unsterblich machte, zeigten, dass an diesem Gymnasium begabte Interpreten heranwachsen.

Für eine heitere Stimmung sorgten die drei fünften Klassen mit ihrer gesungenen Geschichte vom Ritter Rost: Tief im Fabelwesenwald steht seine Burg, bedroht von Koks, dem frechen Drachen, und erlöst vom mutigen Burgfräulein.

Zu einem festen Bestandteil der Ursulinen-Konzerte gehört zweifellos die Schulband unter ihrem langjährigen Leiter und Saxofonisten Harald Ellinger: Trotz vorheriger Probleme (Kulturhaus-Arbeiter hatten ihre Instrumente verrückt und Kabel abgestöpselt) drehten sie nach gründlichem Sound-Check in höchsten Touren auf. "Cool is out", so nennt sich die Band inzwischen und beweist das mit Songs, die viel Gefühl zeigen. Als ein Geschenk betrachtete Schuldirektorin Gitta Grimm dieses Konzert, an dem sich neben den über 200 Schülern auch 13 Abiturienten und zahlreiche Lehrer aktiv beteiligten. Solches Engagement sei nicht selbstverständlich, bemerkte sie, und dankte für einen musikalischen Abend voller weittragender, aber auch bodenständiger Klänge. cha

Mannheimer Morgen
18. Juli 2007