Ursulinen-Gymnasium Mannheim
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Interview mit Herrn Dr. Arnold – Gründer der Aktion
„Herzen für eine neue Welt“


Am 21. Januar 2010 hatten wir die Möglichkeit ein Interview mit Hr. Dr. Arnold, dem Gründer von „Herzen für eine neue Welt“ zu führen. Dabei machte seine offene und kommunikative Art es uns leicht, binnen weniger Minuten offen und sehr informativ über sein Projekt zu sprechen.

1.) Seit wann leiten Sie das Projekt?
Das Projekt habe ich vor elf Jahren gegründet. 30 Jahre lang war ich Diplomingenieur in der chemischen Industrie und als ich in den Ruhestand gegangen bin, verwirklichte ich eine Idee, die ich schon immer umsetzen wollte: Ich habe ein soziales Projekt in Peru gegründet. Das ist jetzt elf Jahre her und seit elf Jahren geht das Projekt einen guten Weg.

2.) Warum haben Sie sich entschlossen aktiv zu werden? Was ist Ihre Motivation?
Ich leitete früher eine Pfadfindergruppe und wir haben damals viele soziale Projekte unterstützt. Das Ganze hat sich dann wie ein roter Faden durch mein Leben gezogen und als ich dann die Möglichkeit hatte nach Beendigung meines Berufes ein Projekt zu gründen, habe ich mich für Peru entschieden.
Es gibt auf unserer Erde eine sehr starke Diskrepanz und die Länder, zum Beispiel in Südamerika, leiden heute noch unter den Folgen des Kolonialismus. Ich denke, gerade die Landbevölkerung in Peru hat es verdient, unterstützt zu werden. Das war meine Motivation. Besonders den Kindern eine Perspektive zu geben, d.h. für gesunde Ernährung zu sorgen, Schulen zu bauen um sicher zu stellen, dass die Kinder eine gute Ausbildung erhalten.

3.) Wie viel Zeit verbringen Sie hier und wie viel in Peru?
Ich bin im Jahr zweimal drei Wochen in Peru. In der Zeit, in der ich hier bin, bemühe ich mich Aufmerksamkeit für das Projekt zu schaffen. Ich halte Vorträge und sammle Geld, indem ich zum Beispiel als Zauberer auftrete... (lacht)

4.) Wieso gerade Peru?
Das sind Weichenstellungen im Leben: Warum seid ihr beispielsweise auf das Ursulinen-Gymnasium gegangen? Irgendwann im Leben stellt man seine Weichen und ich hab mich für Peru entschieden. Früher schon habe ich das Land bereist und die bedrückende Armut in den Bergen gesehen und habe mir dann gesagt: "Okay, wenn ich jetzt etwas verändern will, engagiere ich mich dort."

5.) Wie ist denn die Situation vor Ort?
Die Situation in Peru ist so: Wenige Menschen besitzen dort fast das ganze Geld. Deshalb verfügen weniger als drei Prozent der Einwohner über 80 Prozent des Vermögens und gerade die Landbevölkerung gehört zu den ärmsten der Armen.


6.) Was genau bewirken unsere Spenden in Peru?
Das ist eine gute Frage. Wir haben in Peru ein kleines, soziales Netzwerk aufgebaut: Dazu gehört ein Kinderdorf, in dem 70 Kinder ein Zuhause gefunden haben, eine Schule, die von 200 Kinder besucht wird, ein Kindergarten für die Vorschulerziehung und eine Krankenstation.
Darüber hinaus arbeiten wir mit behinderten Menschen und haben es geschafft eine kleine Bank zu organisieren, die Mikrodarlehen vergibt. Wir achten sehr darauf, dass das Geld, das in Deutschland gesammelt wird, sehr effizient und ohne große Reibungsverluste den Menschen in Peru zu Gute kommt.

7.) Gibt es noch weitere Projekte, die sie betreuen?
Nein, wir haben uns auf Peru festgelegt und sind auch keine solch große Organisation, die überall in der Welt tätig sein könnte, wie zum Beispiel UNICEF. Wir haben uns bewusst für Peru entschieden und haben dafür eine klare Zielsetzung.

8.) Gibt es etwas, was Sie den Lesern mitteilen möchten, was Ihnen besonders am Herzen liegt?
(lächelt) Das Leben besteht nicht nur aus Party, High Life und Friede, Freude, Eierkuchen. Mir liegt deshalb sehr am Herzen, dass gerade die junge, heranwachsende Generation, die an und für sich ein großes, soziales Potential besitzt, sich ein wenig kritischer mit den Schwierigkeiten auf unserer Erde auseinandersetzt und sich engagiert. Das ist mein Wunsch.

Herr Dr. Arnold, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führten Hang Le und Lena Kasten, 11

Im Anschluss an das Interview wurde Hr. Dr. Arnold eine Gesamtspende von 4.600 Euro - 3050.- waren allein beim Basar zusammengekommen - überreicht. Es ist nicht die erste - und sicherlich auch nicht die letzte Spende, die das Projekt „Herzen für eine neue Welt“ von den Schülern und dem Förderverein unserer Schule erhalten wird.




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