Die 11b mit Elvis im Wald
Als Frau Lehnert uns für Dienstag, den 24.11.2009, eine interessante Exkursion in den Käfertaler Wald versprach, wusste keiner so genau, was uns erwartete, doch die Freude war groß, denn das bedeutete zumindest keinen "langweiligen" Unterricht an diesem Tag.
Wir trafen uns mit Frau Lehnert und Herrn Reinhard am Waldhaus in Käfertal und das Wetter war zum Glück nicht so schlecht, wie befürchtet.
Alle stellten sich dieser Herausforderung und wurden erst einmal von Herrn Waldgärber, dem Förster und seinem süßen Hund Elvis begrüßt. Wer sich nun einen riesigen Schäferhund vorstellt, wird überrascht sein, dass der Förster auf seinen Touren von einem kleinen Yorkshire-Terrier begleitet wird. Der Förster hatte sein langes Haar zu einem Zopf zusammengebunden und sein Hündchen trug die gleiche Frisur- ein Bild für Götter!
Als Herr Weisgärber uns im Waldhaus von seinen Aufgaben berichtete, blickte ich in viele gelangweilte Gesichter. Erst als er Elvis auf den Arm nahm, wuchs die Aufmerksamkeit. Das Baumpuzzle brachte schließlich sogar etwas Bewegung in die müde Runde. Dabei merkten wir jedoch schnell, wie wenig Ahnung wir von Wald und Bäumen hatten. Schließlich schafften wir es mit viel Mühe aus herumliegenden Holzstücken fünf verschiedene Baumstämme zusammenzusetzen.
Herr Weisgärber stellte uns nun die häufigsten Baumarten des Käfertaler Waldes vor. Den Baumbestand bilden Kiefern, Eichen, Buchen, Hainbuchen und die Traubenkirsche, eine Baumart, die eine besondere Rolle spielt. Der Wald ist nämlich vor allem wegen der Traubenkirsche bedroht. Da es sich dabei um Bäume handelt, die nach dem zweiten Weltkrieg von den Amerikanern importiert worden waren, um den kargen Baumbestand möglichst schnell wieder aufzufüllen. Die Traubenkirsche wächst viel schneller als andere Baumarten und breitet sich natürlich schneller aus. So verdrängt sie wertvollere Baumarten wie Eiche oder Kiefer.
Ein weiteres Problem des Waldes ist die Mistel, die die großen Bäume als „Wirte“ nutzt und ihnen die ganzen Nährstoffe entzieht.
Der Förster verwies auch auf die Maikäferplage des Sommers vor drei Jahren. Da die Maikäfer alle vier Jahre aus der Erde kommen, stellte sich demnach die Frage, ob es nächstes Jahr wieder so viele geben wird.
Vertraut mit den Gefahren, die diesen schönen Wald bedrohen und bewaffnet mit einem Spaten und einer Becherglaslupe machten wir uns daran, auf eigene Faust den Käfertaler Wald zu erkunden und gegebenenfalls Schädlinge aufzuspüren.
In Vierer-Gruppen gruben wir alle zehn Meter ein Loch in den Waldboden und schauten nach, ob an dieser Stelle Maikäfer oder Larven zu finden waren. Einige Gruppen waren sehr erfolgreich und hatten sofort vier oder mehr Käfer in ihrem Glas, andere jedoch fanden nicht einmal einen Wurm.
Nachdem wir zwei Waldgebiete nach Larven abgesucht hatten, machten wir uns an die nächste Aufgabe, den Mistelbefall der Bäume zu untersuchen.
Als wir alle zusammengekommen waren, gingen wir nochmals kurz ins Waldhaus, um unsere Beobachtungen weiterzugeben. Wer nun glaubt, wir konnten klären, ob im nächsten Jahr eine Maikäferplage droht oder ob sich der Mistelbefall verschlimmert hat, den muss ich leider enttäuschen! Unsere Ergebnisse werden wir erst in den nächsten Bio-Stunden auswerten, weiter darauf eingehen und mit Sicherheit mehr darüber erfahren.
So konnten wir uns nur dreckig und müde, aber zugleich dankbar für den schönen und interessanten Vormittag von dem Förster, unseren Lehrern und unserem neuen Freund, Elvis, verabschieden.
Jennifer Winkler, 11


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