Ursulinen-Gymnasium Mannheim
Ursulinen-Gymnasium Mannheim

Bericht über den Studieninformationstag Baden-Württemberg 2009
Oder: Über die Möglichkeit, einen Tag lang Uni-Luft schnuppern zu können.


Ein Mal im Jahr bieten die meisten Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg den sog. „Studieninformationstag“ für studieninteressierte und vielleicht noch unentschlossene Schüler und Abiturienten an. Dieser Tag soll eine Hilfe bei der Suche nach den passenden Studiengängen oder bei der Auswahl der richtigen Hochschule sein. Den angehenden Studenten werden hier zahlreiche Informationsstände, Informations-veranstaltungen, Vorlesungen oder Besichtigungsmöglichkeiten geboten.
Zu den bekanntesten und wohl auch besten Universitäten im Rhein-Neckar-Kreis zählt noch immer die Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. So beschloss ich kurzerhand, mich am 18. November auf den Weg in die Stadt am Neckar zu machen um mich dort genauer über Studienfächer und die gebotenen Möglichkeiten zu informieren.

Mein Tag an der Uni Heidelberg begann gegen 9 Uhr mit einem Kaffee in der Mensa, wo ich zugegebenermaßen aufgeregt und voller Vorfreude schon einmal über mein späteres Leben als Studentin sinnierte. Doch standen neben Kaffeetrinken an diesem Tag noch verschiedenste Vorträge an, wie beispielsweise solche praktischer („Wege zur Studienentscheidung/-finanzierung“) oder fachspezifischer Art (bspw. „Physik und Astronomie“, „Romanistik“, etc.).

Das neue Universitätsgebäude, das aufgrund des Bildungsstreiks zu einem großen Teil von protestierenden Studenten besetzt war, war schon kurz nach offiziellem Beginn des Infotages schlicht weg überfüllt. Es gab kein Vorankommen ohne drücken, drängeln und schieben. Daher gestaltete es sich auch eher schwierig, zu den Informationsständen vorzudringen und gegebenenfalls auch die Fragen zu stellen, die so sehr unter den Nägeln brannten. Ich kann von Glück sprechen, überhaupt an einige Infobroschüren herangekommen zu sein.
Um 10 Uhr sollte in der neuen Aula der erste für mich interessante Vortrag zum Thema „Bewerbung und Zulassung: Das ZVS-Auswahlverfahren und die Uni-internen Auswahlverfahren“, welcher von einem Mitarbeiter der Studienberatung geleitet wurde, stattfinden. Leider berichtete der Referent die meiste Zeit über die Studienplatzvergabe über die Zentrale Vergabestelle für Studienplätze (ZVS) statt über die für das in meinem Fall angestrebte Anglistik-Studium notwendige Uni-interne Auswahl. Traurig stellte ich fest, dass ich mir diesen Vortrag getrost hätte sparen können, da ich höchstwahrscheinlich keine medizinische Karriere einschlagen werde.

„Wer mitschreibt, ist klar im Vorteil!“
Ich hoffte darauf, im nächsten Fachvortrag „Germanistik“ nicht noch einmal enttäuscht zu werden und saß daher dementsprechend gespannt auf einer der hölzernen Bänke in Hörsaal 9, als die Referentin das Mikrofon ergriff. Zuerst legte die angehende Doktorandin Tina Theobald uns nahe, eifrig Notizen zu machen, da wir sonst sicher nicht fähig wären, im Anschluss Fragen zu stellen. „Ohne Fleiß kein Preis!“ lautete die Devise. Dieser durchaus interessante Einblick in das Studium der Germanistik, das sich in die Teilbereiche Mediävistik (Sprach- und Literaturwissenschaft des Mittelalters), Literaturwissenschaft und Sprachwissenschaften (Moderne Linguistik) untergliedern lässt, ließ mich für kurze Zeit ganz und gar vergessen, dass ich (leider) noch einige Monate Schule vor mir habe.
Als die am germanistischen Seminar tätige Dr. Sandra Kluwe in ihrem Vortrag zu den Voraussetzungen für diese Studienrichtung kam, breitete sich in der Runde zunächst einmal Ernüchterung aus. Denn für das Studium der Deutschen Philologie (d.h. für das Deutsch-Studium) bedarf es noch immer des kleinen Latinums. Daran hatten wohl die wenigsten der Anwesenden vorher gedacht. Obwohl es die Möglichkeit gibt, das Latinum an der Uni nachzuholen, mögen hier schon die ersten Zukunftspläne geplatzt sein.
Die fünf Referentinnen des Germanistischen Seminars führten uns unbeachtet dieses kleinen Rückschlags weiterhin zielsicher durch alle Teilgebiete ihres Studiengangs, gaben allerlei Tipps und boten uns anderthalb Stunden lang einen sehr umfassenden Einblick in den Alltag eines Germanistik-Studenten in Heidelberg.

Zur Mittagszeit wurde es glücklicherweise etwas ruhiger im neuen Universitäts-Gebäude, sodass es nun erheblich leichter war, an Informationen über die verschiedenen Studiengänge zu gelangen, was ich auch mit Freuden nutzte.
Nach der kurzen, für mich vorlesungsfreien Zeit begab ich mich in weiser Voraussicht auf die mich erwartenden Menschenmassen schon einmal in die Nähe des Hörsaals, in dem um 14 Uhr ein Vortrag zum Thema „Auslandsaufenthalte während des Studiums“ stattfinden sollte. Mit großer Ernüchterung stellte ich jedoch bald fest, dass dieser zugunsten eines Biowissenschafts-Vortrages abgesagt wurde. Dort traf ich auf einige Kameraden aus meiner Stufe, die am Vormittag bereits Ähnliches mit anderen Vorträgen erlebt hatten.

Am Ende des Studieninformationstages verließen wir Ursulinen gemeinsam die Heidelberger Altstadt. Wir und auch Mitschüler, die andere Universitäten besucht hatten, waren uns einig, dass dieser Tag in Anbetracht unseres bald bevorstehenden Schulabschlusses sehr hilf- und aufschlussreich war, wenn man schon eine ungefähre Vorstellung bezüglich der Studienrichtung hatte. Der eine mag seine Vorliebe für eine bestimmte Universität entdeckt haben während manch anderer erfuhr, dass er seine bisherigen Studienpläne vielleicht noch einmal überdenken sollte.

Doch ganz gleich, welche Erfahrungen wir an diesem Tag machen durften:
Die Uni-Luft roch schon verdammt gut!




Kristin Berberich, 13




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