Eine Schule, ein Projekttag – zwei Themen
„Es ist erstaunlich, wie viel Energie eine Schule freisetzen kann, wenn alle an einem Strang ziehen!“ Dieses Fazit zog am Ende des diesjährigen „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“-Projekttag einer der Lehrer und brachte damit auf den Punkt, was viele angesichts der Vielzahl unterschiedlichster Ergebnisse am Ende des Tages dachten.
Am 23.10.2009, dem letzten Schultag vor den Herbstferien, fand nach wochen- und monatelanger Vorbereitung, unter anderem auch dank der Unterstützung des Lehrerkollegiums, zum zweiten Mal ein Projekttag der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ statt. Rund 25 Projekte hatte sich die Gruppe erdacht und organisiert, in denen sich die Klassen 5-8 mit Rassismus und Diskriminierung an Schulen sowie im Alltag auseinandersetzen, während sich die Schüler ab der 9.Klasse, mit einzelnen Ausnahmen, mit dem Thema „AIDS – HIV“ beschäftigten.
Wer an diesem Tag durch das Schulhaus ging, konnte dabei eine ganze Menge entdecken: Kreativität, Teamgeist, Spontaneität, Arbeitsbereitschaft und vor allem viel Spaß und Freude.
Zu Beginn schien der Tag noch etwas chaotisch zu werden, und der Infopoint im Erdgeschoss kämpfte mit dem Ansturm an Fragen und Unklarheiten. Während die Schüler ihre Projektgruppen aufsuchten, erhielten die fünften Klassen zunächst eine kurze definitorische Einführung in das Projekt und die Begrifflichkeiten, bevor sie sich, begleitet von ihren Mentoren und SOR-SMC-Mitgliedern, auf spielerische und kreative Weise im vorbereiteten Stationenlauf näher mit Formen und Möglichkeiten von Diskriminierung und Courage auseinandersetzen. „Beim Blinden-Parcour fühlt man sich richtig hilflos“, erzählte eine der Sextanerinnen und eine Mitschülerin ergänzte, dass man „auf seinen Partner vertrauen muss, wie auf einen richtig guten Freund.“ Tatsächlich brauchte es beim Blinden-Parcour eine ganze Menge Vertrauen, denn man wird mit verbundenen Augen von einem Partner durch den Parcour geführt, in dem man Hindernisse überwinden und sich tastend seinen Weg zum Ziel suchen muss. Besonders viel Spaß hatten die Sextaner auch bei den „Handabdrücken“, die sie mit verschiedenen Fingerfarben auf Tapeten drückten, sodass anschließend für die wenigsten Augen ersichtlich ist, ob es sich um den Handabdruck eines Mädchens oder Jungen, eines weißen oder schwarzen Schülers handelt.
Wer die Türen zu den verschiedenen Klassenräumen öffnete, konnte auch dahinter eine ganze Menge entdecken. Einige Gruppen trafen sich mit Referenten, die beispielweise über das Leben und den Umgang mit Kindern mit Down-Syndrom berichteten, von ihren Erfahrungen als Ärztin der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ in Afrika oder von ihren Begegnungen mit HIV-Infizierten erzählten. „Die Referentin, die uns erzählt hat, wie es ist in einem Krankenhaus in Nigeria, zum Beispiel mit unterernährten Kindern zu arbeiten, war richtig interessant.“, erzählte eine Gruppe 7.Klässlerinnen. Zwei Gruppen trafen ihre Referenten dagegen außerhalb der Schule: im Carl-Benz-Stadion erfuhr die eine Gruppe etwas über den Umgang des DFB mit rassistischen Fußballfans. Die Projektgruppe „Treue Helfer“ traf unterdessen auf einen Blindenhundführer und dessen Blindenhund und sprach mit ihm über Erfahrungen und Erlebnisse.
Zur gleichen Zeit wurden andere Gruppen selbst aktiv. Zwei Gruppen erarbeiteten Fragebögen, mit denen sie sich in die Stadt aufmachten, um die Mannheimer Bürger auf ihr Kenntnisse in bezug auf Aids/HIV sowie Rassismus/Diskriminierung zu befragen und stellten ihre Ergebnisse anschließend in Schaubildern und Grafiken dar. „Wir waren erstaunt, wie unaufgeklärt die Menschen teilweise sind“, berichteten zwei 13.Klässler nach der Auswertung der Befragungen.
Die Projektgruppe „Planspiel“ erdachte sich eine eigene Organisation in der Theorie und recherchierte im Computerraum unter anderem den rechtlichen Rahmen, den es bei der Gründung einer Organisation zu berücksichtigen gilt.
Wagte man im zweiten Stock einen Blick hinter die Türen, so entdeckte man unter anderem die Projektgruppe „Memory Box“. Angelehnt an eine Initiative afrikanischer Mütter mit Aids, die für ihre Kinder eine „Erinnerungskiste“ gestalten, gestalteten die Schülerinnen und Schüler ihre eigene Memory Box, beispielsweise für ihre Freunde und Familie bevor sie ein Jahr ins Ausland gehen.
In so manchem leeren Klassenzimmer begegnete man Teilen des Projekts „Fotostory“, die, mit Digitalkameras ausgerüstet ihre eigenen Fotostorys erstellten. Dabei setzten sie sich mit der möglichen Schwangerschaft einer Schülerin, dem Mobbing und Ausschluss eines Schülers aus der Klassengemeinschaft und einer homosexuellen Liebesbeziehung zwischen zwei Schülern auseinander und zeigten die unterschiedlichen Formen und Möglichkeiten von Diskriminierung auf.
Hinter der Tür des Musiksaals, konnte man nicht nur die Musik bekannter Künstler vernehmen. Hier wurden die Schülerinnen und Schüler selbst kreativ und schrieben ihre eigenen Texte, in denen sie sich mit Rassismus und Diskriminierung sowie Toleranz und Gleichberechtigung beschäftigten.
Auf der Treppe zum Hauptgebäude positionierte sich derweilen die Projektgruppe „Werbespots“ und erstellte ihren eigenen Werbespot. „Das Drehen des Werbespots hat super viel Spaß gemacht“, berichtete eine 11.Klässlerin und fügte hinzu, „ich habe gelernt, nicht wegzusehen, sondern mich zu informieren.“
Besonders aufwendig und spannend war die langersehnte Anbringung von unserem eigenen SOR-SMC-Logo, das sich eine Gruppe beim letzten Projekttag ausgedacht hatte. Nach der langwierigen Erstellung der Schablone, drohte diese beim Transport vom Kunstsaal auf den Schulhof beinah zerstört zu werden. Nachdem der Transport dann doch geglückt war, dauerte es noch eine ganze Weile, bis die Vorlage an der Hofwand befestigt war und mit dem Sprayen begonnen werden konnte. Aber auch das Sprayen des Schriftzuges „anders sein – na und?“ brauchte seine Zeit. Ein 12.Klässler urteilte am Ende: „Am meisten Spaß hat das Sprayen gemachte, und die kritisch-kreative Auseinandersetzung mit Rassismus.“
Zu diesem Zeitpunkt war der gemeinsame Höhepunkt und gleichzeitige Abschluss des Projekttages bereits erreicht. Organisiert von der SMV, präsentierten die einzelnen Projekte auf Plakaten die Ergebnisse ihres Projektes in der Turnhalle und im Foyer. So konnten Mitschüler, Lehrer und Eltern sehen, was die einzelnen Gruppen erarbeitet hatten. Die Projektgruppe „Orientalische Tanz“ präsentierte ebenso wie die musikalische Gruppe um Frau Diehl, die Ergebnisse ihres Projekts, einen eigenen Tanz beziehungsweise die selbstgeschriebenen Songtexte, live. Mittels Beamer wurden der Werbespot und die Fotostorys vorgeführt. So endete nachmittags der Tag mit viel Applaus und Begeisterung über einen gelungenen Projekttag.
Johanna M. Lukate, 13
Artikel aus der Stadtteilzeitung Herzogenried zum Fanprojekt
- Präventionstag im Fancafé
(PDF-Datei - 1,90 MB)
Weitere ausgewählte Projektbeispiele: Die Memoryboxes
„Mein wertvollster Gegenstand passt nicht hinein. Das ist mein Kühlschrank.“
Memoryboxes: Wie verpackt ein Mensch, der HIV-positiv ist, sein Leben in eine Schuhschachtel, um etwas von sich selbst zu bewahren?
Zwei Drittel aller HIV-infizierten Menschen weltweit leben in Afrika. Ein Thema, das aktueller nicht sein könnte. In einer Zeit, in der mehr als 22 Millionen Männer und Frauen HIV-positiv sind. Oftmals haben diese eine Familie beziehungsweise Kinder.
Aber wie sollen die Kinder ihre Eltern in Erinnerung behalten und wie ist es Infizierten möglich, ihren Kindern Ratschläge und Wünsche für ihr Leben mit auf den Weg zu geben, wenn dafür nicht mehr genügend Zeit bleibt?
Das Südafrikanische Rote Kreuz bietet Menschen, die sich in dieser Situation befinden, Beistand in Form von Selbsthilfegruppen. Ziel dieser Gruppen ist es, infizierte Frauen und Männer zu begleiten, eine Basis des Austauschs zu schaffen und Projekte, die den Menschen helfen sollen, mit ihrer Krankheit und den sich dadurch stellenden Problemen fertig zu werden. Hierzu zählt das Anfertigen von sog. „Memory Boxes“, in denen sie persönlich wertvolle Gegenstände aufbewahren um für von ihnen geliebte Menschen ein Stück ihrer Selbst zu erhalten.
Zuletzt setzte sich das Magazin „Neon“ mit dieser Problematik auseinander, womit es zahlreiche Leser, darunter auch Schüler des Ursulinen-Gymnasiums, erreichte, die vorschlugen, ein sich darauf beziehendes Projekt am diesjährigen Projekttag, bei dem sich die Mittel- und Oberstufe mit dem Thema AIDS befassen würde, anzubieten.
„Für wen es zu krass ist, sich mit dem eigenen Tod zu befassen, der kann sich auch vorstellen auszuwandern. Weit weg, zum Beispiel nach Australien. Und die „Memory Box“ für seine Freunde und Familie zu gestalten.“
So in etwa lautete der Satz, mit dem uns Herr Ellinger und Herr Beranek am Morgen des 23. Oktober begrüßten. Zuerst lasen einige Schüler der Gruppe aus besagtem Artikel vor, um den anderen die Thematik zu verdeutlichen. Da die Vorstellung, bald sterben zu müssen, sich für einige als zu emotional herausstellen würde, gab es zudem die Möglichkeit, einen Schuhkarton entweder für einen nahe stehenden Verstorbenen oder im Falle der eigenen Auswanderung zu erstellen.
Wer einmal in die Gesichter einzelner Schüler blickte, konnte förmlich aus ihnen lesen, wie schwer es ihnen fiel, eines ihrer Erinnerungsstücke für die Nachwelt festzuhalten. Einige warfen angestrengte, fast verzweifelte Blicke durch den Raum. Arbeiteten mit gerunzelter Stirn und schienen ganz in die doch schwierige Thematik versunken. Was ist, wenn ich einmal nicht mehr hier bin? Wird man mich in Erinnerung behalten? Wie werden diese Erinnerungen an mich aussehen? Kann ich einen Teil von mir in diese Box legen, damit meine Familie oder Freunde mich so in Erinnerung behalten können, wie ich auch wirklich war? Das Ergebnis dieses sehr produktiven Vormittages waren 16 individuell gestaltete „Memory Boxes“, bei deren Verzierung viel Flüssigkleber verbraucht wurde und verschiedenste Gegenstände, wie bspw. Kuscheltiere, ein USB-Stick, Fotos, Eintrittskarten, Drumsticks und andere Erinnerungsstücke zum Einsatz kamen.
Ernüchterung
Am Ende des Vormittages war uns allen bewusst, warum Herr Ellinger und Herr Beranek dieses Projekt für ein höchst emotionales und durchaus schwieriges hielten.
Denn wer hätte vorher erahnen können, wie schwer es ist, sein gesamtes Leben, das Wertvollste, das man besitzt - sei es materieller Natur, wie der Kühlschrank für eine der interviewten Frauen, der für sie auch den einzigen Luxus im Leben darstellt, weil sie mit diesem Lebensmittel haltbar machen kann - oder geistiger Natur. Alles wofür man lebte, atmete, wonach man strebte, jedes noch so kleine Detail, in einen kleinen Schuhkarton zu packen. Und die gleichzeitige Ernüchterung darüber zu erleben, wie ein gesamtes Leben nur einen kleinen Karton füllt. Die Ernüchterung darüber, niemals mehr die Zeit zu bekommen um einen zweiten oder dritten Karton füllen zu können.
Lena Kasten, 11b und Kristin Berberich, 13
Das Thema Aids in den Medien
AIDS-Kampagne = "Staatlich geförderte Kondomwerbung"?
"AIDS kannst du doch nur bekommen, wenn du kein Kondom benutzt!" - So denken heutzutage wahrscheinlich viele Jugendliche. Kein Wunder! Denn viel zu oft wird AIDS ausschließlich mit Geschlechtsverkehr in Verbindung gebracht. Bestes Beispiel dafür sind die "Gib-AIDS-keine-Chance"-Poster, auf denen eine Zeit lang nur Kondome zu sehen waren. Doch ist die AIDS-Medienkampagne in Deutschland wirklich nur eine "staatlich geförderte Kondomwerbung"?
Mit diesem Thema setzte sich die Gruppe "Analyse der medialen AIDS-Kampagne" unter der Leitung von Frau Oettinger, Frau Kalus, Frau Schmitt und Herr Chr. Müller am Projekttag, dem 23. Oktober 2009, auseinander. Zu Beginn saßen alle im Stuhlkreis zu einer Eröffnungsrunde und antworteten auf die Fragen "Betrifft mich AIDS?", "Warum bzw. warum nicht?" und "Warum bin ich heute hier?". Interessanterweise war sich jeder über die Gefahr und die Aktualität der Krankheit bewusst, was die Lehrer sehr verblüffte. Die meisten entschieden sich ausgerechnet für dieses Projekt, da schon allein das Wort „Medien“ interessant klang und weil die Medien etwas waren, mit dem gerade wir Jugendliche jeden Tag in Kontakt kamen.
Danach ging es mit Videos über den medizinischen Hintergrund und mit einem kurzem Vortrag von M. Schuff und J. Kurz über die Werbe-Kampagnen weiter. Wir erfuhren, dass die Krankheit durch Blutaustausch, beispielsweise über infizierte Spritzen und durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Sie ist nicht heilbar und kann nur durch Therapien behandelt werden, die viele Nebenwirkungen mit sich ziehen.
Fast 2/3 der Betroffenen sind Männer, die Sex mit Männern haben. Dabei ist die Infektionsrate in Afrika am größten. Jährlich gibt es auf der ganzen Welt 5 Mio. Neuinfektionen. Ziel der Kampagnen ist es deshalb diese durch einen hohen Informationsstand der Bevölkerung und einer Förderung von Schutzverhalten zu verhindern. Ihre Strategie baut auf Aufklärung, Motivation zum Selbstschutz, Solidarität mit Betroffenen sowie auf persönliche Beratungs- und Versorgungsangebote vor Ort auf.
Im weiteren Verlauf der Diskussion überlegten wir also, mit welchen Mitteln die Kampagnen ihre Ziele erreichen wollen. Wir verglichen die Poster der verschiedenen Kampagnen miteinander und besprachen deren Wirkung auf uns. Die Mehrheit hielt die Plakate von 2008 für "Hingucker", doch thematisch fand sie die von 2009 besser. Bei dem Punkt, ob die Auffälligkeit der Poster oder eher das Vermitteln der Thematik wichtiger war, waren wir geteilter Meinung. Die einen fanden, dass es wichtiger war, überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen, wohingegen die anderen es für wichtiger hielten, dass auch übermittelt wird, dass AIDS immer noch aktuell ist und jeden betrifft. Das Problem war, dass die "Hingucker" natürlich auffällig waren, aber nicht wirklich das vermittelten, was sie eigentlich hätten vermitteln sollen, während die thematisch guten Plakate zwar diese Aktualität ansprachen, aber kaum jemand sie bemerkt hatte. "Ausnahmsweise kein Kondom auf dem Plakat!", freute sich Frau Oettinger, als sie unter all diesen Postern endlich eines ohne Kondome entdeckt hatte.
Nachdem wir die Poster analysiert hatten, untersuchten wir die Werbespots der Kampagnen. Hintereinander schauten wir uns einige Werbefilme wie z.B. "Airport" (2006), "Der Lauf der Dinge" (2005), "Supermarkt" (1989) und die "Vergiss Aids nicht"-Spots (2009) an (allesamt auf youtube.com zu finden). Die Favoriten waren dabei "Der Lauf der Dinge", weil darin nicht drum herum geredet wird und der Spot direkt sowie kurz und knackig ist, wie auch "Supermarkt", weil er sowohl veranschaulicht, dass es nicht peinlich ist Kondome zu kaufen als auch zeigt, dass Vorsorge der beste Schutz ist. Des Weiteren fanden wir die "Vergiss Aids nicht"-Werbung toll, da sie durch die Ernsthaftigkeit und den anfänglichen Schock auf AIDS gut aufmerksam macht. Unsere Idee war es nun aus all den VAN-Spots einen eigenen kleinen Film zu machen, weshalb wir uns auf der Treppe zum Haupteingang positionierten, um ihn drehen zu können. Danach folgte eine kleine Pause, denn das meiste war schon getan.
Im Anschluss an die Pause teilten wir uns in kleinen Gruppen auf, die entweder Plakate gestalteten oder sich am Schneiden und Bearbeiten unseres kleinen Werbefilms beteiligten. Um ca. 12 Uhr, als sich das Foyer schon langsam füllte, begannen wir unsere Ergebnisse im Foyer auszustellen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Werbekampagne von 2009 keine "staatlich geförderte Kondomwerbung" ist, da das Kondom seit diesem Jahr nicht mehr im Zentrum der Kampagne zu sehen ist. Das liegt daran, dass die Einsicht wieder mehr in den Vordergrund rückt, dass AIDS nicht nur im Beischlaf ohne Kondom übertragen wird, sondern auch über andere Wege verbreitet werden kann. Wir halten sie deshalb für besser und ansprechender als die Jahre zuvor.
Aber unseren Spot übertrifft eh keiner!
Und deshalb soll er demnächst hier erscheinen ...
Hang Le und Franziska Mitulla, 11b
Rassismus und Musik: Sperrt mal Eure Lauscher auf ...
„Mut zur Veränderung – Sperrt mal eure Lauscher auf!“
Musikprojekt mit Frau Diehl
„Mut zur Veränderung,
steh nicht lang herum,
kämpf nicht mit dir selbst,
Friede ist es, was du willst.“
– So lautete unser Appell an die Schüler des Ursulinen - Gymnasiums, den wir am Freitag, den 23. Oktober 2009, in unserem Projekt „Sperrt mal eure Lauscher auf!“, herausgearbeitet haben.
Um 8 Uhr trafen sich zwanzig engagierte Schüler der Jahrgangsstufen 9 – 13 im Musiksaal, wo wir uns zu Anfang verschiedene Lieder unterschiedlicher Art anhörten und uns dazu Gedanken und Notizen über die Hauptaussage machten. Anschließend bildeten wir vier Gruppen, in denen wir Songtexte bekamen und Ideen für die Aufführung in der Turnhalle sammelten. Damit verbrachten wir die ersten 90 Minuten und gönnten uns eine kleine Pause zur Inspiration.
Nachdem wir also neuen Wind in unsere Gedankenströme gelassen hatten, ging es endlich um das eigentliche Thema des heutigen Tages: Das Schreiben des Liedes und das Komponieren der Melodie. Wir hatten uns überlegt zwei Gruppen zu bilden. Auf der einen Seite standen die „Rapper“, auf der anderen die „Sänger“.
Der Sprechgesang, den man mit unserer heutigen Zeit assoziiert und der klassische Gesang, welcher in Zeiten von Mozart und Beethoven wohl die Welt bewegt hatte, standen somit im Kontrast zueinander. So zeigte aber dieser Unterschied der Musikrichtungen und Stile auch die Verschiedenheit der Kulturen auf unserer Welt, sodass selbst ein „harter und böser Rapper“ gegen Gewaltverherrlichung sein kann.
So schrieben die rappenden Jungs ihre Strophen mithilfe von Beats am Laptop und die singenden Mädchen texteten ihre Refrains mit einer melodischen Untermalung am Klavier.
Es fiel uns allen nicht sehr leicht so etwas in so kurzer Zeit auf die Beine zu stellen und wir mussten versuchen, so gut wie möglich, zusammenzuarbeiten, aber letztendlich haben wir es geschafft innerhalb von 2 ½ Stunden ein Lied gegen Rassismus und Gewalt zu kreieren. Jedoch blieb uns konzentrierten Musikern keine Gelegenheit mehr eine Aufnahme für unseren Plattenvertrag anzufertigen. Aber das war nicht so tragisch, da wir die Aufführung in der Turnhalle meisterten, natürlich ohne weitere Schwierigkeiten, mit Bravur – und Applaus.
Nathalie Bielka, 11a


