Studienfahrt nach Prag ’09 – Team I
„Shake baby, baby shake... schönes Leben, schöne Welt“...
war das Motto unserer Studienfahrt und so konnte man diesen Schriftzug Samstags morgens auf 21 gold und blau bedruckten T-Shirts lesen. Es war Samstag, der 19. September und wir machten uns auf unsere lang ersehnte Reise nach Prag.
Nach 10-stündiger Zugfahrt standen wir erschöpft aber glücklich in unserem Hotel Olsanka, indem wir die nächsten fünf Tage verbringen sollten. Als die Zimmerverteilung feststand, machten wir uns, gestärkt vom Abendessen, auf den Weg in die Prager Innenstadt. Herr Müller führte uns in eine typische Prager Edelkneipe „Cafe Slavia“ und wir kamen zum ersten Mal mit der tschechischen Kultur in Berührung.
Stadterkundung
Am nächsten Morgen stand um 9 Uhr eine Stadtführung mit unserer Reiseleiterin auf dem Programm. Wir besichtigten mit ihr im Schnelldurchlauf einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Prag.
Anschließend zeigte uns Ronja ein berühmtes Wahrzeichen der Stadt, die Karlsbrücke. Die Karlsbrücke ist eine der ältesten und gut erhaltensten Brücken Europas und verbindet die Altstadt mit der Kleinseite. Unter ihr fließt der Fluss Moldau.
Nachdem wir es endlich geschafft hatten, uns durch die Menschenmassen, die sich täglich auf dieser Brücke bewegen, hindurchzukämpfen, führten uns Timo und Lukas in ein typisch tschechisches Lokal und erzählten uns dort etwas über die böhmische Küche und das Bier. Bier gab es in Prag genug, so erfuhren wir, dass die Stadt ganze 71 Brauereien beherbergt.
Der Nachmittag stand nun zur freien Verfügung und man konnte die Stadt auf eigene Faust ein wenig erkunden.
Auf dem Rückweg ins Hotel kamen Isa, Sophia und Marco gleich mit der tschechischen Polizei in Berührung, weil sie vergessen hatten, ihr Straßenbahnticket zu stempeln. Wie der Zufall es wollte, kam ein Kontrolleur und jeder von ihnen musste 700 Kronen bezahlen.
Nach dieser weniger schönen Begegnung verbrachte ein Großteil der Klasse den Abend in einer nahe gelegenen Bar: der Jägerrinha-Bar J, deren Spezialität es ist, Caipirinha statt mit Cacacha mit Jägermeister zu mixen.
Theresienstadt
Montags begaben wir uns auf eine einstündige Busfahrt zum Konzentrationslager Theresienstadt. Die Führung, die wir dort hatten, war sowohl beeindruckend als auch sehr erschreckend. So konnten wir uns in Einzelzellen ohne jegliches Tageslicht einschließen lassen. Die Gefühle, die jeder einzelne dabei empfand, sind nicht in Worte zu fassen.
Theresienstadt diente zur Zeit der Nationalsozialisten als Sammel- und Durchgangslager für die Jüdische Bevölkerung und wurde auch nach dem zweiten Weltkrieg noch als Gefängnis benutzt.
Anschließend fuhren wir mit dem Bus in das nahegelegene Krematorium und waren von dessen Ausstellung und dem Judenfriedhof sehr beeindruckt.
Nachdem wir wieder in Prag angekommen sind, tranken wir ein kühles Bier in einem Biergarten direkt am Ufer der Moldau. Unterhalten wurden wir von einem sehr talentierten Musiker, der von „Wild World“ bis hin zu „Knocking on heaven's door“ alles zu bieten hatte.
An diesem Tag lernten wir auch unserer zweite Reiseführerin Maria kennen. Ihre Spezialität war es, alles doppelt zu sagen. So wies sie uns immer wieder daraufhin: “Bitte haben sie ein wenig Geduld, gedulden sie sich bitte... haben sie ein wenig Geduld..“
Den Abend verbrachte fast die komplette Stufe in der Disco „Roxy“ und hatte bei guter Techno und ein wenig House Musik jede Menge Spaß!
Schwächeln verboten
Zu unserer Freude konnten wir am nächsten Morgen eine Stunde länger schlafen und selbst die hartnäckigsten Discogänger des letzten Abends kamen relativ fit um 10 Uhr aus dem Hotel.
Heute stand der Referatenmarathon an. Verteilt über den Tag lernten wir viel über verschiedene Bauwerke, wie die Burg auf dem Hradschin, über Franz Kafka oder über den Stadtteil, die Kleinseite. Während dieser zweiten Stadtführung war es strengstens verboten, zu gähnen oder sonst eine Art der Müdigkeit aufgrund des Vorabends zu zeigen. Lisa und Sassi konnten sich jedoch nicht zurückhalten und so wurde ihnen für 22 Uhr Bettruhe verordnet.
Trotz des straffen Zeitplans hatten wir fast zwei Stunden Mittagspause, welche die meisten zur Erholung ihrer Füße nutzten und etwas essen gingen.
Auch dieser anstrengende Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Gemeinsam brachen wir abends alle zusammen, auch mit Lisa und Sassi ;-), zu einem lustigen Abend in unsere Stammkneipe, die „Jägerrinhabar“ auf.
Ausgelassene Stimmung trotz Müdigkeit
Am Mittwoch, dem letzten Tag unserer Studienfahrt, trafen wir uns wieder um 10 Uhr vor dem Hotel und marschierten zum Fernsehturm, über den Paddel uns ein Referat hielt.
In 95 m Höhe genossen wir die fantastische Aussicht auf Prag bei herrlichem Sonnenschein.
Weiter ging es auf die andere Seite der Stadt, wo wir mit einer Seilbahn auf einen kleinen Berg, den Laurenziberg, fuhren. Dort hatte man die Möglichkeit, einen weiteren Aussichtsturm zu besteigen, jedoch aßen die meisten lieber etwas im nahegelegenen Kiosk und ließen sich sonnen.
Zum Abschluss des Mittagprogramms gingen alle zusammen in ein Spiegellabyrinth, welches sehr witzig war, da man in den Spiegeln plötzlich ganz dicke Arme oder einen dreifach so langen Oberkörper hatte.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, den manche zum Sonnen im Biergarten oder zum Shoppen in der Stadt nutzten. Zunächst rannten wir jedoch den gesamten Berg in Falllinie hinunter, was uns allen tierisch Spaß machte.
Nach dem Abendessen war es Zeit für die „Timecapsule“.
Es war ein Vorschlag von Hr. Müller, welcher sofort Anklang bei uns fand.
Jeder brachte von zuhause einen persönlichen Gegenstand von sich mit, welcher seine momentane Lebenslage am besten beschrieb. Gemeinsam erzählten wir in einer sehr emotionalen Runde von unseren Gegenständen und legten sie dann zusammen in eine Kiste.
Wir vereinbarten, dass wir uns genau in fünf Jahren wieder treffen, die Kiste öffnen, und uns an unsere schöne Studienfahrt und Schulzeit erinnern wollen. Es war ein sehr schönes Erlebnis, welches uns fest zusammenschweißte.
Hinsetzen!
Als Abschluss des gemeinsamen Programms trafen wir uns mit der anderen Gruppe gegen 9 Uhr und machten eine Bootsfahrt auf der Moldau.
Schon auf der Hinfahrt zum Boot war die Stimmung ausgelassen. Die Prager Nachtluft war erfüllt von Gesängen wie ,,Wir singen Humba Humba Humba tääteräää täääteräää’’ und selbst die Rolltreppen in den U-Bahnschächten kamen zum Wackeln.
Einladung der besonderen Art
Zu guter Letzt gingen wir alle in unseren gold-blauen Party-T-shirts in Europas größte Disco, gleich um die Ecke von der Karlsbrücke.
Von House über HipHop bis hin zu Schlager- und Partymusik war alles auf vielen verschiedenen floors geboten.
Der Höhepunkt dieses Abends war, dass zwei Ursulinenschüler von einem Manager der Disco engagiert wurden, um verschiedene Barkeeper und Getränke auf den Prüfstand zu nehmen. Sie bekamen zum Testen 1000 Kronen (ca. 40 €) Getränkeverzehr, was bei beiden kein gutes Ende nahm;-)
Gemeinsam machten wir uns dann früh Morgens auf den Heimweg ins Hotel.
Schon vorbei
Am Abreisetag mussten wir jedoch alle schon um 9.30 Uhr auschecken, sodass nicht viel Zeit für Schlaf übrig blieb.
Am Bahnhof besuchte eine kleine Gruppe noch den Vietnamesenmarkt, welcher in Prag für seine billige Ware berühmt ist.
Um 13 Uhr rollte dann schließlich der Zug Richtung Heimat.
Nach neun Stunden Zugfahrt, kamen wir alle etwas traurig in Mannheim an, da die Studienfahrt nun zu Ende war.
Jeder freute sich auf sein Bett, jedoch fehlte schlagartig der Trubel und die Action mit der Klasse. Wir erlebten mit Hr. Müller und Fr. Bartaune eine ereignisreiche, anstrengende und schöne Studienfahrt nach Prag, welche wir wohl gerne wiederholen würden.
Sarah und Christina Köhler, 13
Studienfahrt Prag '09 – Team II
Am Samstag, den 19. September 2009, um 9.33 Uhr war es endlich soweit: Wir fuhren mit dem Zug nach Prag, um unsere Studienfahrt zu beginnen :)
Nach der zehnstündigen Zugfahrt kamen wir endlich in Prag an. Am Bahnhof wurden wir schon empfangen und fuhren mit der Straßenbahn zu unserem Hotel. Die nächsten 5 Tage verbrachten also 18 Mädchen und 2 Jungen aus den Klassen 13a und 13b im Hotel Balkan. Direkt nach der Zimmeraufteilung gab es unser Abendessen, das sehr abwechslungsreich und lecker war. Dadurch, dass unser Hotel ziemlich stadtnah gelegen war, konnten wir sofort nach dem Essen loslaufen, um uns im „Kavarna Slavia“, einer tschechischen Edelkneipe, mit den anderen zu treffen.
Am nächsten Morgen trafen wir uns um 9 Uhr, um gemeinsam in die Innenstadt zu fahren und am Wenzelsplatz auf unsere Stadtführerin Maria zu treffen. Uns wurde sehr schnell bewusst, dass ihre Stimme etwas gewöhnungsbedürfitg war und sie sich gerne wiederholte. Maria informierte uns im Eiltempo sowohl über die Bedeutung des Wenzelplatzes oder Kafka’s Geburtshaus für Prag als auch über die wichtigsten Geschäfte zum Shoppen. Wir besuchten auch einige Kirchen und waren Teil der faszinierten Zuschauer der 12-Apostel-Uhr. Nachmittags hatten wir Freizeit, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, Schlaf nachzuholen oder einzukaufen. Abends machten sich einige auf den Weg zur größten Disco Europas, „Karlovy Lazne“, andere trafen sich auf dem Hotelzimmer und hatten dort zum Beispiel beim Haarefärben der Jungs ihren Spaß,;-)
Montags fuhren wir mit dem Bus zum Hotel Olsanka, um die andere „Prag-Gruppe“ abzuholen und gemeinsam nach Theresienstadt zu fahren. Die heutige Stadt war in der Nazi-Zeit das Ghetto, in dem etwa 38000 Menschen ums Leben kamen und von wo aus weitere 90000 in die Vernichtungslager wie beispielsweise Auschwitz deportiert wurden. Theresienstadt, genauer gesagt die „kleine Festung“, wurde damals nicht als Konzentrationslager sondern als Gefängnis bezeichnet. Wir waren überrascht, dass dort verhältnismäßig wenig Juden untergebracht waren, sondern eher politische Gegner. Bei unserer Führung konnten wir feststellen, wie es in einer dunklen Einzelzelle ohne Fenster ist – wenn man sich dann überlegt, dass wir darin nur eine Minute verbrachten und die Menschen damals mehrere Tage unter solchen Umständen leben mussten, wird einem etwas komisch zumute. Des Weiteren haben wir Gemeinschaftszellen, Waschräume, das Schwimmbecken der NS und die Stelle, an der die Häftlinge damals erschossen wurden, gesehen. Danach ging es mit dem Bus weiter in das nahe gelegene Krematorium und den jüdischen Friedhof. Die dortige Ausstellung und der riesige Friedhof beeindruckten uns alle sehr.
Nach dem Abendessen erzählte uns Natalia noch etwas über die slawischen Sprachen im Allgemeinen und Tschechisch im Speziellen, sodass wir am Ende ihres Referates wichtige Worte wie Hallo, Danke und Bitte in der für uns unbekannten Sprache sagen und von 1 bis 100 zählen konnten. Auf diese Art und Weise gerüstet, machten wir uns auf den Weg zur Prager Burg, um einen wunderschönen Ausblick auf Prag bei Nacht zu erleben, uns von Irandocht und Surya über das Prager Nachtleben informieren zu lassen und in einer dunklen Seitenstraße von Adrienne die Sage des Golem erzählt zu bekommen. Danach gings zur Karlsbrücke, um mit den anderen gemeinsam im Club „Roxy“ zu feiern.
Alle erschienen dienstags morgens mehr oder weniger fit beim Frühstück und so machten wir uns auf den Weg zur Zahnradbahn, um nach einem kurzen Fußmarsch beim alten Stadion Sparta Prags anzukommen. Als die Gruppenfotos gemacht waren, erzählte uns Kristin etwas über die verschiedenen Sportarten, die in Tschechien eine besonders große Rolle spielen, wie zum Beispiel Eishockey, Fußball oder Leichtathletik. Es folgte eine Wanderung zur Prager Burg, die uns von Melanie und Christina vorgestellt wurde. Durch unser perfektes Zeitmanagement war es nach Beendigung des Referats gerade 12Uhr, sodass wir die Wachablöse miterleben konnten. Es blieb keine Zeit zum Ausruhen, denn wir liefen direkt weiter zur deutschen Botschaft. Hier berichteten uns Claudia und Stefanie von der damaligen Revolution, dem Mauerfall 1989 und der Bedeutung der deutschen Botschaft in Prag. Daraufhin liefen wir zur „Kaaaarlsbriiiicke“ (eine kleine Erinnerung an Maria), um uns von Hannes und Timo über die verschieden Figuren an der Brücke zu informieren. Abends gingen fast alle aus unserer Gruppe ins „Karlovy Lazne“, um in Timos 19. Geburtstag reinzufeiern. Es war ein sehr lustiger Abend und wir hatten alle viel Spaß :)
Am letzten Tag, den wir komplett in Prag verbrachten, stand der Referate-Marathon an: Los ging es mit Nadine und Sarah, die uns über das Attentat auf Reinhard Heydrich, einen SS-Obergruppenführer und General der Polizei, informierten. Danach liefen wir in die Innenstadt, um an mehreren Stationen von Laura unser Wissen über eines unserer Sternchenthemen in Deutsch, Frank Kafka, zu erweitern. Es ging weiter zu mehreren Synagogen und dem jüdischen Friedhof, worüber uns Janine einige Dinge erzählte. Völlig erschöpft kamen wir um die Mittagszeit in einer Kneipe an, in der wir das nächste Referat über die tschechische Küche von Sina und Julia hörten. Nach dem Abendessen fuhren wir mit der Straßenbahn wieder in die Innenstadt und Caroline berichtete uns über die Musik. Mit Sonjas Referat über Wirtschaft beendeten wir den Marathon und machten uns auf den Weg zur Moldau, um mit der anderen Gruppe eine einstündige Moldaufahrt anzutreten. Auch dieser Abend endete für die meisten im „Karlovy Lazne“, da es der letzte Tag war und wir so lange wegbleiben konnten wie wir wollten – unter der Bedingung, dass wir am nächsten Morgen pünktlich auschecken.
Donnerstags um 10 Uhr mussten wir unser Hotel verlassen und fuhren zum Bahnhof. Dort angekommen, warteten wir 2 Stunden auf unseren Zug. Einige gingen in der Wartezeit noch mit Herrn Sigmund auf den Vietnamesenmarkt, andere von uns passten auf das Gepäck auf oder holten Schlaf der vergangenen Woche nach. Gegen 22 Uhr kamen wir alle etwas erschöpft mit einem lachenden und einem weinenden Auge in Mannheim an.
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an unsere beiden Lehrer, Frau Müller und Herr Sigmund, die uns nicht nur eine – wenn auch sehr anstrengende – unvergessliche Studienfahrt ermöglichten sondern uns auch sehr viel Freizeit ließen, um unseren eigenen Interessen nachzukommen. Wahrscheinlich war es nicht immer leicht mit uns – „Können wir nicht länger wegbleiben? Biiiiitte!!“, „Machen wir mal ne Pause?“ oder „Ich kann nicht mehr. Meine Füße tun soooo weh!“ waren wohl die Sätze, die Sie während unserer Studienfahrt am Häufigsten hören mussten. Aber wir hoffen (und ich denke mal, dass ich hierbei im Namen der kompletten Gruppe sprechen kann), dass Sie auch so viel Spaß hatten wie wir und uns vielleicht auch ein kleines bisschen vermissen werden, wenn wir nicht mehr da sind. „Es war ne geile Zeit, uns war kein Weg zu weit...“ – das beschreibt unsere Woche wohl am Besten!
Tanja Keith, 13


