Interkulturelles Lernen: Die 11er in der Mannheimer Moschee
Am 10.02.09 war für die Kath. Religionsgruppe 11ab ein Moschee-Besuch angesagt. Da unser Zielort mehr oder minder vor der Haustür lag, machten wir uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg.
In der Moschee angekommen, durften wir erst mal in der Cafeteria Platz nehmen und warten, dass uns der Mann, der uns alles erklären sollte, abholt. Doch er kam nicht. Stattdessen kam nach einer Weile der zweite Vorsitzende der Moscheegemeinde zu uns, der uns mitteilte, dass dieser Jemand, der uns die Moschee zeigen sollte, heute nicht da sei. Die Schüler und auch die Lehrerin waren ein bisschen enttäuscht.
Dann kam die Überraschung: Die Führung konnte trotzdem stattfinden! Er und ein weiterer Mann, der in der Moschee unterrichtet, waren bereit, uns trotzdem die Moschee zu zeigen. Allerdings sprachen sie nicht so flüssig Deutsch, was aber kein Problem darstellte, da wir eine Türkisch sprechende Mitschülerin hatten, die super übersetzt hat.
Als erstes wurde uns gezeigt, wie man an einem schön verzierten Brunnen in der Vorhalle die Waschung durchführt, bevor man den Gebetsraum betreten darf.
Danach warfen wir einen Blick auf die Anzeigetafel, die die vom Sonnenstand abhängigen Gebetszeiten angibt, zogen unsere Schuhe aus und gingen hoch in den riesigen runden Gebetsraum. Dort durften wir uns auf den Teppichboden setzen. Ähnlichkeit mit der christlichen Kirche hat die Moschee kaum, z.B. gibt es keine Bänke und gar keine Bilder.
Alle Dinge in diesem Raum wurden uns erklärt, z.B. die Vorbeternische oder das mit einer Kanzel vergleichbare Holzgestell, von dem aus gepredigt wird. Die kunstvollen Inschriften an den Wänden wurden uns als Namen der Propheten bzw. Koranzitate vorgestellt. Auch über die Entstehung der Moschee wurde berichtet: Sie wurde von den Geldern der muslimischen Gemeinde komplett finanziert und ist eine der größten Moscheen Deutschlands.
Was viele der Schüler faszinierte, war die Meinung der Herren, wenn es um muslimische Frauen ging. Die meisten hätten andere Sätze erwartet als etwa „Weibliche Lehrerinnen sind besser, da sie einfühlsamer zu den Schülern sind“. Über interessierte Fragen haben die Männer sich auch sehr gefreut und haben sie uns gerne beantwortet.
Nun musste unsere Lehrerin zurück in ihren Unterricht, da die zwei Schulstunden schon wie im Flug vergangen waren. Die Schüler jedoch wollten noch nicht gehen. Es gab doch noch so viel zu hören und zu sehen. Die Männer waren aber so begeistert von unserer Klasse, dass sie uns erlaubten, auch ohne unsere Lehrerin noch eine Weile hier zu bleiben und unsere nun anstehende Freistunde in der Moschee zu verbringen.
Nun machten wir uns daran, das zweite Stockwerk zu begutachten. Es war eine sehr schöne Aussicht von dort oben. Die Männer, die uns geführt hatten, waren wirklich sehr nett und fragten, ob wir mit ihnen noch einen Tee trinken wollten. Weil wir so eine liebe, ruhige Klasse gewesen seien, luden sie uns selbstverständlich ein. Gegen einen Tee hatte natürlich keiner etwas.
Wieder unten in der Cafeteria brachte man uns Tee und erklärte, wie viel Zucker man am besten hinein gibt, damit er gut schmeckt.
Wir haben uns noch eine Weile unterhalten, bis der Tee leer war und wir uns auf den Rückweg machen mussten. Es wurde uns noch kurz gezeigt, wie man die Löffel auf die Tassen zu legen hat, und dann ging es leider schon wieder zurück in die Schule.
Abschließend kann man sagen, dass der Besuch sehr interessant war und uns alle ein Stück näher an eine andere Kultur gebracht hat.
Nadine Heinrich, 11b, Frau Hausmann-Neus


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