Klassenfahrt der 8b im Mai 2007
Das war eine sehr aufregende Woche, als unsere Klasse nach Sylt fuhr. Ich glaube, einige von uns sind in dieser Woche mehr gelaufen, als sie sich je erträumt hätten. Doch bevor wir so viel laufen „durften“, stand erst einmal noch die ca. neun Stunden lange Zugfahrt an. Erst fuhren wir mit dem ICE nach Hamburg-Altona, dann ging es mit der NOB („Nordostseebahn“) weiter über den Hindenburgdamm, nach Westerland-Sylt. In der Jugendherberge namens „Mövenberg“, etwas entfernt von List, blies uns sofort der „Sylter-Wind“ entgegen. Beim Abendessen wurden wir in die Regeln der Jugendherberge eingeweiht.
Herr Müller erläuterte uns noch das Punktesystem, dass ein bisschen nach „Harry Potter“ klang. Für ein aufgeräumtes Zimmer oder besondere Leistungen gab es Pluspunkte, wenn wir zu spät kamen oder uns „unsozial“ verhielten, wurden welche abgezogen, was allerdings bei uns nicht passierte. Danach gingen wir gleich an den Strand und planschten mit den Füßen ein wenig in der eiskalten Nordsee oder spielten Fußball. Allerdings bereuten wir es später etwas, an den Strand gegangen zu sein, da wir auf dem Rückweg prompt in einen Wolkenbruch kamen und wir alle völlig durchnässt wieder bei der Jugendherberge ankamen. Tja, so hieß uns also die Insel willkommen!
Am nächsten Tag begaben wir uns nach unserem ersten Frühstück auf Sylt, zu einem ganz besonderem Highlight der Insel: dem Watt. Wir lernten, dass es dieses hochempfindliche Ökosystem nur in der Nordsee gibt und dass dieses „Watt“ der bei Ebbe frei gelegte Meeresboden ist. Die Diplombiologin Silke führte uns durch den Schlick und zeigte uns Tiere, wie den Wattwurm, den Einsiedlerkrebs und die Herzmuschel. Später gingen wir noch nach List und kauften dort ein paar Andenken und Postkarten. Nach dem Abendessen eröffnete die Gruppe „Naturfreunde“ das Tischtennisturnier. Um 22 Uhr musste schließlich laut der Herbergsvorschriften Nachtruhe sein und wir gingen alle erschöpft zu Bett.
Der zweite Tag fing eher entspannend an, denn wir wurden mit dem Bus über die Insel gefahren. Der Busfahrer Uwe zeigte uns einige Sehenswürdigkeiten. Die Fahrt endete schließlich in Westerland und „The Girls Next Door“ führten uns in der Stadt herum. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit dem Stadtplan, präsentierten sie uns einige Sehenswürdigkeiten, wie den „Friedhof der Heimatlosen“ und die „Wilhelmine“. Danach hatten wir noch etwas Freizeit, die die meisten in der Friedrichsstraße mit shoppen und am Strand verbrachten. Wieder bei der Herberge wurde die Endrunde des Tischtennisturniers ausgetragen, aus der Simon als Sieger hervorging.
Am dritten Tag veranstalteten die „Mannemer Jungs“ die Strandrallye. Es gab vier Stationen, die die Gruppen mit großem Eifer bewältigten. Die Rallye ging den Ellenbogen hinauf, bis zum ersten Leuchtturm. Als schließlich auch die letzte Gruppe zu den Wartenden stieß, ging es weiter, zum zweiten Leuchtturm, ganz an der Spitze der Insel. Auf dem ganzen Weg herrschte um uns eine völlige Einöde, eine Mondlandschaft aus Dünen, die mit Gestrüpp bewachsen waren. Die meisten von uns waren von dieser Wanderung nicht sehr begeistert. Nach ca. einer Stunde angestrengtem Wandern hatten wir es geschafft; wir waren am nördlichsten Punkt Deutschlands angelangt. Es kam uns der Spruch in den Sinn: „Lächle, denn es könnte schlimmer werden.“ Und wir lächelten und es kam schlimmer! Denn nun mussten wir das ganze Stück auch wieder zurücklaufen und diesmal war es sogar die doppelte Distanz, da die Stecke der Strandrallye auch noch dazu kam. Um dies zu überstehen, machten wir alles Mögliche, um uns abzulenken. Kaputt, aber stolz kamen wir schließlich bei der Herberge an. Während viele ihre Füße kühlten und sich erschöpft auf den Betten niederließen, erklärten die „Mannemer Jungs“ die Gruppe „The Girls Next Door“ als Rallye-Sieger und „MaRoBe“ bereiteten alles für den Grillabend vor. Es gab Würstchen und Steaks, Nudel- und Kartoffelsalat und Brötchen. Das war das beste Essen während unseres gesamten Aufenthaltes.
An unserem letzten Tag hatten wir noch einmal einiges vor. Nach dem Frühstück gingen wir erneut nach List. Dort lag schon ein Boot, die „Gret Palucca“, im Hafen. Dieses sollte uns zu den Seehundbänken fahren. Als alle an Bord waren, ging es auch schon los. Wir waren kaum aus dem Hafen, als der Kapitän mit uns zusammen ein Netz auswarf. Nach ein paar Minuten holte er es wieder ein und kippte seinen Fang in eine Plastikkiste. Jetzt fing der Kapitän an, Geschichten zu erzählen, dass sich die Balken bogen. Er erzählte uns u.a. von Seesternen, die Passagiere mit nach Hause genommen hätten. Im Aquarium haben diese sich dann angeblich so mit Süßwasser voll gesogen, dass ihre Arme meterlang wurden. Den Leuten blieb nichts anderes übrig, als den Seestern von der Feuerwehr „evakuieren“ zu lassen...
Trotz aller Flunkereien, waren seine Erläuterungen über den Fang sehr informativ. Bei den Seehundbänken bewunderten alle begeistert die Tiere und dann drehten wir auch schon wieder um. Im Hafen angekommen, hatten wir noch etwas Zeit in List, bis wir zurück nach „Mövenberg“ mussten. Nach dem Abendessen ging die Party los. Neben Sketchen von „MaRoBe“ und Zaubertricks der „Mamarazzi“ veranstaltete die „High Society“ einen großen Karaoke-Wettbewerb. Fast jeder machte mit. Die „Mamarazzi“ siegten mit „California Dreaming“. Dann wurde noch etwas getanzt und um zehn Uhr mussten wir die Party schließlich beenden.
Am Tag der Abreise war die Stimmung etwas gedrückt. Niemand wollte schon abfahren, das Ganze hatte einfach zu viel Spaß gemacht. Auch wenn uns die Insel mit einem Wolkenbruch empfangen hatte, sie verabschiedete sich mit strahlendem Sonnenschein. Wie im Flug war die Zeit vergangen und auf einmal kamen wir in Mannheim an und wurden von unseren Eltern am Bahnhof abgeholt.
Eine schöne gemeinsame Zeit war nun zu Ende und viele Erinnerungen werden uns erhalten bleiben. Dafür danken wir unserem Klassenlehrer, Herrn Müller und unserer Englischlehrerin Frau Alles. Bis zum nächsten Mal!
Die Syltredaktion und Violetta Gierschner, 8b
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